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Archive for November, 2006

Tuesday, November 21st, 2006

Klick, Klack

Er führt nicht. Noch immer tragen die Fische im Paartagesabstand weisse Punkte im Gesicht und am Gesäß, und allmählich pfeifen die Flankenatmer auf der letzten Kieme. Die Fancies schwimmen noch ein gutes Stück mühsamer und ratloser als es sowieso schon ihre fehlgezüchtete Art ist durch die Gegend, aber auch der genreine Urgoldfisch sieht schwer urlaubsreif […]

Monday, November 20th, 2006

Formalin und Malachitgrün

Die Fischlaus mit den tausend Jungen (Iä! und abermals Iä!) ist zwar, wenn am Fisch angebracht oder in der Kapsel aufbewahrt, unerreichbar für konventionelle, chemische, biologische und atomare Sprengköpfe. Aber wenn die Lausekinder schwärmen, kann man dem Ich die Suppe versalzen. Ins Aquarienwasser gegeben sorgt Salz nämlich auf biologisch abbaubare und umweltfreundliche Weise dafür, dass […]

Monday, November 20th, 2006

IKEA, Emeryville

1 Lederpöang wippt leicht unter meinem Gewicht, Echo der von hunderten von jungen Paaren ausgelösten Schwingungen, die durch den Boden der Dauerausstellung im ersten Stock des IKEA Emeryville laufen, ein andauerndes, leises Erdbeben. Ich bin erschöpft von gar nichts, Begleiterscheinung der Rekonvaleszenz, und beobachte das Stuhltestverhalten der IKEAkunden. Eine junge Japanerin läuft vor mir vorbei, […]

Monday, November 20th, 2006

Ichpinzettenbedarf

Ein Gespenst geht um im Aquarium, das Gespenst der Beulenpest. Über Nacht nämlich haben sich auf allen Fischen weise Flecken gebildet, mitten auf dem Auge bei einem der Goldfische, entlang der Flossenkante und an der Fischflanke. Kleine weisse Punkte, so belehrt uns das Internet, sind ein Parasit namens Ichthyophthirius multifilis, übersetzt also „die Fischlaus mit […]

Friday, November 17th, 2006

Ken und Schnecke

Drei Fische! Es ist eine regelrechte Fischstadt, die sich da auf unserem Teppich gebildet hat, eine Art Urzeugung könnte man das nennen, wenn nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit sowieso schon zahlreiche Milbenmetropolen in und unter unserem Teppich einen Wettstreit der Zivilisationen austrügen und also von Urzeugung nicht die Rede sein könnte. Um die Überlegenheit der Fische […]

Friday, November 17th, 2006

Fancy Shmancy

Der Fisch hat sich eingewöhnt, eingewohnt sogar schon. Mal schwimmt er nach links, mal nach rechts, man könnte sich selber ans Zugucken regelrecht auch gewöhnen, beziehungsweise Spass daran haben, wenn es nicht nach wie vor so sehr langweilig wäre. Warum aber ist eine solche Langeweile um den an sich doch lustigen Fisch (Keine Beine! Mund […]

Thursday, November 16th, 2006

Totfisch

Jetzt tut es mir doch ein bisschen leid, dass ich den Fisch einen Scheissfisch schalt, denn nun ist er tot. Fische verfügen, in Gefangenschaft jedenfalls, über keinerlei erkennungsdienstliche Infrastruktur oder polizeiliche Oberaufsicht, wir wissen also nicht mal, ob es Mord war oder ein Unfall. Vielleicht hat der Fisch einfach den Alkohol nicht vertragen und wurde […]

Thursday, November 16th, 2006

Fischwasser, Marsch!

Was nun tun? Zwo Fische sitzen, vorübergehend so quartiert, in einem Plastikgefäss und gucken, seien wir ehrlich, ziemlich doof. Mund auf, Mund zu. Schwimmen nach links, nach rechts, im Kreis. Was soll das, Fische, zeugt das von Geist, Verstand, Herzensbildung? Oder nicht vielmehr tatsächlich von blinder Vertiertheit? Seid ihr denn wirklich nichts als ein monströser […]

Wednesday, November 15th, 2006

Komplement

Wie eine Oase aus Beton liegt das chirurgische Zentrum in einer Wüste aus Gebrauchtwagenhandelsparkplätzen, die sich bis zum Horizont erstrecken, selbst vom Wartezimmerfenster im neunten Stock aus. Aus dem Aufzug trete ich in einen Eingangsbereich voller herabhängender Kabel und Baumaterialien, ein winziges Cafe und eine kleine Apotheke sind die einzig funktionierenden Elemente der Halbruine. Ich […]

Monday, November 13th, 2006

Blinddarm Alarm VI

Ist nicht das Leben, nicht die Welt ein einziger ausgedehnter Urlaub in einem wunderbaren Wintersportgebiet? Und ist es nicht angenehm, wenn der Druck, fortwährend Entscheidungen über Abfahrtsstrecke und Schrägungswinkel zu fällen, der den Abfahrtslauf so anstrengend und gleichzeitig aufregend macht, weggenommen wird, und man stattdessen in einem Achterbob unter jamaikanischer Leitung als Ballastsack die Bahn […]