Die Fischlaus mit den tausend Jungen (Iä! und abermals Iä!) ist zwar, wenn am Fisch angebracht oder in der Kapsel aufbewahrt, unerreichbar für konventionelle, chemische, biologische und atomare Sprengköpfe. Aber wenn die Lausekinder schwärmen, kann man dem Ich die Suppe versalzen. Ins Aquarienwasser gegeben sorgt Salz nämlich auf biologisch abbaubare und umweltfreundliche Weise dafür, dass Wirbellosen der Saft entzogen wird, als leblose Hülle falle Ich dann zu Boden, sagt das Internet, und schon nach zwei versalzenen Lebensyklen, einer Woche also, sei alles wieder in schöner Ordnung. Die einzige Komplikation, die Tatsache nämlich, dass ja auch die Rennschnecke als ordentlich Wirbellose unter den Auswirkungen einer Einsalzung zu leiden hätte, wird durch ein Ausquartieren des Schleimrasers in eine handelsübliche Küchentupperdose elegant umschifft. Die Dose ist aber natürlich nicht wirklich von Tupper, es ist einfach irgendeine Plastikdose. Das nur für die Puristen.
Die Schnecke wohnt nun also in der Schüssel, derweil die drei Fischstooges mit Argusaugen beworfen werden und unter der ungewohnten Aufmerksamkeit mal hierhin und mal dahin schwimmen. Die Tage ziehen salzig ins Land, die Schnecke dreht Kreise in der Schüssel, die Fische haben mal Weisspunktausschlag, mal haben sie keinen – ein unter Parasitologen sicherlich als Ichschwankung bekanntes Phänomen – und es geht ihnen jedenfalls mit jedem Tag ein bisschen schlechter. Salz an lebende Fische zu geben, führt offensichtlich zu rein gar nichts, und die Ökobehandlung wird abgebrochen.
Stattdessen kaufen wir beim Fisch-Fascho, wie wir unseren bärtigen und mürrischen Aquaristen liebevoll nennen, ein Riesenfass einer Mischung aus Malachitgrün und Formalin, die man ohne zu übertreiben als Giftcocktail bezeichnen kann, und geben nach Anleitung ein paar winzige Tropfen des Teufelszeugs ins Wasser. Malachitgrün färbt putzigerweise alles, womit es in Berührung kommt, und das durch diesen Kontakt nicht auf der Stelle eingeht oder zerfällt, blau. Daher wohl der Name, Malachitgrün. Chemikerhumor, lustig. Aber führt Chemikerhumor zuverlässig zum Ichzerfall?
Something to say?