Der Stand der Dinge
Wie ein gelandetes UFO steht das Mana Diner da, am Fuss des Bergrückens der Jersey City Heights. Vom Park an der Kuppe oben, ein paar hundert Meter östlich vom Tresen, an dem die Frau in der speckigen Schürze die Burger grillt, sieht man weit ins Tal des Hackensack und über die einst unpassierbaren Sümpfe hinweg, trübe Wasserflächen, gespickt mit den aufragenden Schloten von Kohlekraftwerken, Papiermühlen und Müllverbrennern, und mehrfach durchstrichen von Strassen auf Stelzen; Pulaski Skyway und New Jersey Turnpike erheben sich über den salzigen Riesentümpel der Meadowlands, seine dioxinverseuchte Flussbette, seine legendären verschnürten und versenkten Mafialeichen, umtanzen einander inmitten der toten Wasser, Verkehr geflochten zu einem rauchenden, blökenden Ornament auf bröckelndem, feuchtem Grund. Multimedia.
Vom Tresen aus sieht man nichts davon, der Blick trifft in alle Richtungen auf von Fassaden blätternde Farbe und geschundene Karosserien. Ausgebleichte Werbemalereien künden von den längst verschwundenen Mietern hinter den Fassaden, oder vielleicht auch nur von der Gleichgültigkeit des Fortdauernden gegenüber seinem Ausdruck. That ad up there? Fuhgetaboutit. Das riecht nach Klischee, nach einem dummen Scherz, der dem Scherzenden Gefühle einer Überlegenheit verschafft, die er nicht sich verdiente, aber obendrein reden die wirklich so hier. Vielleicht ist aber auch die Verwunderung über das bestätigte Klischee, dass die Geräusche aus dem stämmigen Trucker an der Burgertheke wirklich klingen wie ihr Abbild im Fernsehen, der eigentliche Scherz, auf Kosten des auf seinem Klappfahrrad in den Industrieverfall geradelten feinsinnigen Beobachters, der sich über den Zusammenhang zwischen Popkultur und ihrem Vor- und Abbild den Kopf zerbricht, während um ihn her die Welt in Brösel fällt.
Die Frau in der speckigen Schürze geht durchs UFO nach hinten, eine Art UFO-Wippe wohl, oder ein Mana-Wetterhäuschen, denn ein schmuddliges Oberlippenbärtchen reitet zugleich aus einem anderen Türchen nach vorne. Ob ich schon bestellt habe. Der Trucker sucht im Styroporbecher derweil seinen Kaffee, findet ihr, grunzt ihn an. Ich sei versorgt, erkläre ich mich, und mache eine vage Handbewegung speckschürzenwärts. Das ist dem Bärtchen nichts, und also dreht es sich kurzerhand einmal im Kreis, bewegt etwas auf der Theke vor ihm von hier nach da, und fragt mich so erfrischt von neuem nach meinen Bestellwünschen. Ich will nicht essen, sage ich, ich will ein Kleidungsstück. Bärtchen begreift jetzt, und geht wieder nach hinten, die Wippe knirscht, und es erscheint aus dem anderen Türchen wieder die Speckschürze und bringt das Gewünschte. Acht Dollar. Danke. Bitte.
Das White Mana Diner war das “Diner of the Future” auf der Weltausstellung 1939 in Flushing Meadows, und hier steht es jetzt in dieser Zukunft rum, die ihm doch gehören sollte, und speit mich in die ungebende Industrieruine, direkt auf mein Klapprad drauf, praktischerweise. Ich umfahre nun zunächst ein “Sidewalk closed”-Schild und zwei gelb-schwarze Absperrungen, stehe einen Moment insektenhaft vor dem quer über den Gehweg stehenden Führerhaus eines riesigen Sattelschleppers, der die Tankstelle verlassen will und des Verkehres wegen nicht kann, und umfahre schliesslich den ganzen langen Schlepper. Auf der anderen Schlepperseite ist alles anders, der Sidewalk jetzt wirklich und ernsthaft closed, grober Schotter knirscht, oder Geröll vielmehr, eine Baustellenendmoräne, dann Lehm, dann eine Reihe von Jerseybarrieren, ein Riesenkran, Metallmüll, ein gehsteigbreiter Bauzaun. Weltende. Damn.
Jerseybarrieren, so heissen diese Betonblockadeeinheiten wirklich; zwei Meter lange Betonmauern mit Spreizfuss sind das, entwickelt auf der anderen Seite der Heights, in Hoboken am Ufer des Hudson. Ein schöner Scherz des Weltgespenstes ist das, dass die hässlichen Steinklumpen, die überall in Amerika hässliche Highways noch ein bisschen mehr verhässlichen, ausgerechnet hier erfunden wurden. Die Sackgasse, in der ich stecke, wird von einer Reihe von Jerseybarrieren von der Fahrbahn getrennt, und die Fahrbahn von einer weiteren solchen Reihe von der Gegenfahrbahn. Zwischen mir und dem verlockenden urwaldgleichen Grünstreifen auf der anderen Strassenseite also: zwei Jerseybarrieren und ein steter Strom von Irren in ihren Irrenschleudern. Da ist nichts zu machen, Überquerung ausgeschlossen. Ich gehe in mich, grummle da ein bisschen im Dunkeln, und kehre dann um.
Der riesige Sattelschlepper hat sich eine Einfahrt weitergeschleppt. Wie eine ausserordentlich ungelenkige Schlange steht er staksig verdreht auf dem Parkplatz eines Motels, das Führerhaus schnuppert am Schlepperhintern, an allen Seiten blockiert Jerseygerümpel, und es geht weder vor noch zurück. Am Parkplatzrand steht eine Frau im leichten Sommerkleid, rosa der Stoff auf der dunklen Haut. Sie steht als wolle sie von dort beim Manovrieren helfen. Sie hilft aber nicht, steht nur so, und guckt dem Schlepper beim Krabbeln zu.
Endlich eine Lücke in den Jerseybarrieren, ich wechsle die Seite, balanciere das Rad auf dem endlich erreichten Seitenstreifen voller Grün, der aus der Nähe schmaler scheint und scherbenvoller, riesige Jerseytrucks blasen mir mit ihrem Fahrtwind Nervosität in Kreuz, dann endet auch noch der Streifen. Der Highway macht eine Kurve, kreuzt zwei andere Highways, Brücken und Rampen kommen einander in die Quere, ich lege mich ins Zeug, nur schnell durch durch das Gewirr aus grossen und sehr grossen Autos, am Rand der Fahrbahn, wo sich Kiesel, Sand und Scherben zu einem schönen, griffigen Belag verdichten. Die Ampel grün, hinter mir schon wieder ein riesiger Schlepper, vielleicht der aus dem Motel, der aufgegeben hat, ach nein, die Jerseybarrieren sind auch ihm eine Hürde. Bedrohlich näher rückt mir jetzt der fremde Schlepper von rückwärts, aber nur Meter trennen mich ja von der Einbuchtung hinter dem Brückenpfeiler, noch ein bisschen schneller die Pedale, das winzige Vorderrad rollt über Asphalt und Sand, nur ist das plötzlich gar kein Asphalt mehr, und nur noch Sand. Vorderrad bohrt sich in den weichen Grund und blockiert. Hinterrad weiss davon nichts und faltet sich unter mir leise maulend nach vorn, während Sattel, Rahmen und Fahrer sich aufwärts und strassenwärts heben. Reflexhaft hartes Zugreifen am Lenker, ein scharfer Zug in der Schulter und ich stehe über Treibsandgrube und Radfalte und werde von Hormonen geflutet. Endlos rumpelnd zieht links ein Sternzerstörer vorbei. Und noch ehe mir klar wird, was gerade beinahe geschehen wäre, ist die Gelegenheit auch schon wieder vorbei.



Curious and strange, most of the stories in this book make for delightful reading and provide a colourful historical backdrop for the current New York to be viewed against. Unfortunately, though, the author is not all that trustworthy (an easy to check example is his assertion that cops are called that because New York’s police wore copper stars, which is false), and never provides sources for any of his claims, not even the more outlandish ones. It might be suspected that the stories actually tell us more about how people in the 1920s pictured the history of New York than about the actual history itself, but that itself has become historical now, and it certainly is entertaining.
When the Apocalypse caused by Germany came back to engulf it in its fire and destruction, there must have been immeasurable suffering and trauma, yet, as Sebald points out, almost none of it made it into the story of life as set down by the writers. Sebalds exploration of the reasons for this omission, are both deeply touching for his compassion even with those who caused the very desasters that struck them, and illuminating for their original and provocative view on the narrative of Germany.
There might be a gripping historical tale in this movie, of the change Italy underwent when the univifcation movement succeeded, of the social turmoil, and of the mixed feelings of an educated upper class, about to lose it’s power and influence for a good cause, but I didn’t stick around to see whether there was. After the first forty minutes dragged on, with a nonexistent plot and a badly choreographed, endless public fighting scene, I stopped. Sorry, Visconti.
What a weird trip. I have to admit, the power of script and acting impress me, but from todays perspective, the sentiments and behaviour just seem strangely affected. Seeing this today suggests not artistic abandon and an emotional rollercoaster, but a dated body language and strangely stale clichees of reckless abandon. The horrible porn soundtrack doesn’t help any.
Awesome graphic design, wonderful cinematic visuals, both of which are more to Miller’s credit, of course, than the filmmakers’. The story lacked subtlety or characterization, and the dialogue was horribly cliched in places, which may also be Miller’s fault – need to pick up the book to check. A sad waste of talent and material overall.
I readily confess that I am a sucker for real time simulation. I loved playing Warcraft and Starcraft, and I enjoyed this game, too, though it seemed to me that the gameplay in the campaigns is slightly unbalanced, with little freedom for strategy. In one mission in the evil campaign in particular, any straying from a predescribed path of action would lead to disaster, which is not very enjoyable. But since the main action presumably is supposed to lie in online gaming, I guess that’s quite all right.