Ist nicht das Leben, nicht die Welt ein einziger ausgedehnter Urlaub in einem wunderbaren Wintersportgebiet? Und ist es nicht angenehm, wenn der Druck, fortwährend Entscheidungen über Abfahrtsstrecke und Schrägungswinkel zu fällen, der den Abfahrtslauf so anstrengend und gleichzeitig aufregend macht, weggenommen wird, und man stattdessen in einem Achterbob unter jamaikanischer Leitung als Ballastsack die Bahn hinabschliddert. Man hat keinerlei Kontrolle, aber dafür kann man die Aussicht geniessen und kriegt vielleicht von leckeren Drogen ab.
Ich wurde vermutlich vom Subjekt zum Objekt dieser kleinen medizinischen Komödie, als jemand irgendwo in einer Notrufzentrale den Hörer abnahm, aber definitiv geschieht es jetzt, als Schnauz ins Zimmer tritt und mich aus dem Morphiumtaumel zurück ruft. Ich hätte tatsächlich zuviel Weisse im Blut, sagt er, und die Katze zeige eine leichte Vergrösserung des Zielorgans, und somit sei wohl alles entschieden. Man könne den Blinddarm auch gleich hier rausnehmen, sagte Schnauz, und machte eine angedeutete Bewegung auf meinen Bauch hin.
Ob er denn auch Hühnerblut und Schweineinnereien zur Hand habe – hübsches Wort, Schweineinnereieien – um die Wunderheilung angemessen durchzuziehen frage ich schlagfertig messerscharf zurück. Leider glückt mir die Äusserung nicht ganz, und ich lege stattdessen rasselndes Atmen und debiles Grinsen vor. Schnauz ist es gewohnt, und kontert mit der nächsten Nummer seiner Patientenunterhaltungsrevue: wir warten wohl besser auf den Chirurgen, der komme am Morgen und werde dann am Wochenende wohl einen schönen grossen Fisch fangen mit dem aus mir rausgeschnittenen Köder. Aber nicht, halte ich dagegen, dass der Fisch dann Blinddarmentzündung bekommt, das arme Tier, oder stelle mir jedenfalls vor, das zu sagen. Oder gesagt zu haben.
Jetzt warten wir erstmal bis ein Bett frei wird, sagt Schnauz, einfach ruhig liegen und die Fahrt geniessen. Dann jagt der Jamaikaner mir nochmal Dope in die Armbeuge, man könnte sich regelrecht dran gewöhnen, und der Schlitten, der hier mit mir gefahren wird, kommt richtig in Fahrt. Hei!
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