Bis zum Abend hat eine weitere Barbe den Eimer gekickt und besieht sich die Wasserradieschen von oben. Noch sechs.
Eine weitere Medizintablette wird reingeworfen, Futter obendrein, aber es fühlt sich an und sieht aus nicht wie ein Heilvorgang, sondern wie eine Massenhinrichtung. Selbst wenn einige wenige Barben dieses Massaker überstehen werden, sieht die Zukunft finster aus. Barben sind Herdentiere, aber nach den bisherigen Erfahrungen ist mein Interesse an einer neuen Barbenherde gering. Robuste Anfängerfische sind das angeblich, und was das über mich aussagt, muss ich mir wohl nicht erklären. Ich denke ja mit, während ich schreibe.
Im anderen Becken ist unterdessen Kristallklarheit eingekehrt. Noch immer trübt keine Alge das Wässerchen, und die verbliebenen Fische huschen munter durch die Fluten. Natürlich hat die Cichlidin immer noch ihre Wurmbesatzung im rückwärtigen Cockpit sitzen, aber das ist letztlich auch kein Wunder, das dumme Tier frisst ja allerhand Grünzeug statt der giftigen Futterlieferung, die ich blind hoffend noch immer über ihr ablade. Die Schwertträger spachteln es gern in sich rein.
Bei der staunenden Inspektion der neuen Wasserklarheit entdecke ich dann aber doch noch einen weiteren toten Fisch, abgestumpft und blöd nehme ich es nur mehr zur Kenntnis. Der kleinste der drei Hunde war von vorneherein nicht gesund, die Flossen kahl, schlug sich wacker und versuchte, mit seinen doppelt so grossen Artgenossen mitzuhalten, musste aber letztlich einsehen, dass es keinen Sinn hatte. Weil Hunde am Boden leben, leben auch tote Hunde am Boden, und man sieht sie beinahe nicht. Nun aber ab aufs Brettchen, Hund.
Es schwinden die Fische wie Butter auf Toast, der frisch noch aus dem Ofen kam, dahin.
Am nächsten Morgen dann hat es wiederum eine Barbe erwischt, eine richtige muntere kleine Todesfabrik betreibe ich da in unserem Wohnzimmer. Vielleicht brauche ich bald mal eine schneidige Uniform. Noch fünf.
Something to say?