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Zeit für ein paar statistische Daten, die verfahrene Situation in den Griff zu bekommen. Wo zuvor sieben Fische schwammen, schwimmen nun also zehn. Das ist ein Anstieg um beängstigende 42.8%, der eine korrespondierende Reduktion des dem einzelnen Fisch im Durchschnitt zur Verfügung stehenden Schwimmraumes nach sich zieht. Und auch wenn die neuen Fische sich scheu ans Gestein und Geröll schmiegen, und die alten nach kurzem Beschnüffeln von Feindseligkeiten und im Grunde von jeder Beachtung der Ottos absehen, ist hier Vorsicht geboten. Wenn man Tiere zu eng aufeinanderstapelt, entwickelt sich Homosexualität und abnormes Verhalten, und das ist bestimmt verboten, unter Wasser zumal.
Abgesehen aber von dieser Sorge entspringt dem durch Ottos aufgewerteten Becken nichts als ein steter Strom eitler Freude. Zwei Tage brauchen die drei winzigen Saugkatzenfische oder Katzensaugfische, dann ist die Braunalge bis auf den letzten Rest ausgetilgt und weggeputzt. Das Schloss strahlt blank, der Heizstab funkelt verführerisch aus dem Hintergrund. Die Pflanzen, befreit vom schmierigen Braunfilm, atmen auf und mehr gesunden Sauerstoff aus, der wiederum die Ottos beflügelt, eine positive Rückkopplung, die wie ein Wirbelwind durch die Fluten saust, oder wie ein Strudel vielmehr, der alles wegzehrt, was nicht hingehört. Es ist ein kleines Wunder.
Erst als dieses kleine Wunder schon längst vollbracht und die Alge verschwunden ist, fällt mir dann das offensichtliche Problem auf, das sich aus der unerhörten Effektivität der kleinen Fischsaugkatzen ergibt. Was bittesehr nämlich sollen die Fischkatzensäuger, nein, quatsch, so rum geht es nun gar nicht, was bittesehr also sollen die Ottos denn nun essen, wo sie die gesamte Produktion der letzten Wochen in einem nach wenigen Stunden messenden orgiastischen Algenorgasmus verschlungen haben? Sollen die hoffnungsvoll neu angeschafften Tiere denn binnen grimmer Tagesfrist verhungern und verdorren? Sich in Hungersprüngen aus den Aquarienritzen in den Tod katapultieren, womöglich? Und ich stünde daneben, grausam lachend, das Gesicht eine Mörderfratze? Wohl kaum!
Schon sehe ich ja eine Fischkatze pfeilschnell von links unten nach rechts oben zischen, die Wasseroberfläche brechen, und siegreich mit einer Luftblase nach unten zurückkehren. Bevor der Fisch aber noch die Blase essen kann, entweicht sie ihm schon wieder, Fata Morgana der Meere, unfressbares Gas. Aber was verstünde ein Otto von dergleichen?
Hungrig lungern nun die Katzen. Es gilt ihr Leben.

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