Als das Dasein eine unbestimmte Zeit später wieder einsetzt, ist der Empfang verstellt, oder der falsche Treiber installiert, die Welt ist ein Voynich-Manuskript, nur weniger hübsch illustriert und nicht so alt. So müssen sich Krokodile fühlen, oder Lurche, oder Steine. Später werde ich diesen vegetationsnahen Zustand interessant finden, im Augenblick sind das Findezentrum und das Interessezentrum noch zwei Kleinbaustellen mit ungenügender Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, und ich finde also gar nicht. Irgendwo im Kopfgetriebe wird registriert, dass mich eine körperlose Stimme höflich mit Namen anspricht „Hello Mister Schreiber“, dann schaltet das Relais wieder schwarz.
Das zweite Mal begrüsst mich niemand. Ein riesiger leeren Raum erstreckt sich in alle Richtungen, entlang der Wände kleine Alkoven, in jedem ein schwacher, regloser Körper auf der Rückreise aus dem Nichts, Arme und Hände hängen über hochgeklappte Bettgeländer. Immerhin liegt niemand mit verkrümmten Gliedern am Boden, der Bettgeländer wegen, vermutlich. Das Findezentrum wurde in der Zwischenzeit wohl eingeweiht, vermutlich billiger Sekt am kaum erstarrten Beton zerschmissen, und ich finde das alles ein bisschen doof. Dann aber wieder Licht aus.
Beim dritten Mal ist offenbar irgendwas anders, ich weiss nicht recht, was, die Angestellten hier aber wohl doch, denn jetzt klickert es unter mir, Bremsen werden gelöst es geht zurück nach Hause. Also jedenfalls nach oben, auf meine Station. Hört sich gut an, „meine Station“. Ein Stück Heimat, Menschen, die mich als Nummer auf einem Formular zu schätzen wissen und sich um mich sorgen, wenn ich aus dem Bett falle und einen Versicherungsvorfall auslöse. Aber auch sonst.
„How are you feeling“, fragt die dicke Krankenschwester. „Not bad“ sage ich, wahrheitsgemäss, weil die Bauarbeiten am Schlechtfühlzentrum vermutlich hinter dem Projektplan her hinken, und jedenfalls dort grade nicht gearbeitet wird. „That’ll work“ sagt sie, fummelt undefinierbar an den Tropfbeuteln rum und geht.
That’ll work. Sie wird es in den kommenden Tagen noch oft sagen.
Something to say?