Nun also eine nukleare Einöde, oder doch jedenfalls das, was man sich Mitte der achtziger Jahre unter einer nuklearen Einöde vorstellte, trist leblose Kiesgründe ohne einen einzigen Fisch drin, leerstehende Häuser, Plastiksteine. Oder nein, vielmehr eine Neutroneneinöde, denn es schneit ja nicht schwarze Flocken im Aquarium, sondern vielmehr ist einfach alles tot, was drin lebte, ausser natürlich den Ichbazillen, den verfluchten Todesnissen und ihren Kindern oder Eltern, je nach Zeitpfeil, die sich zweifellos im Kies vernistet haben und nur auf neue Fische warten, um sie dann durch Befall hinzuraffen und uns ein Schnippchen zu schlagen.
Aushungern müssen wir nun die Bioteufel. Der Kies ist ja schon durchgekocht, die Möbel geschrubbt, und jetzt also dreht die Filterpumpe hohl, saugt klares Wasser an und speit klares Wasser wieder zurück in den Kreislauf, es hat alles rein gar keinen Sinn, sieht aber gut und schön aus. Die Leute stellen sich ja noch viel grösseren Blödsinn auf ihre Schreibtische, kleine Brunnen und Zengärten, warum also nicht ein leeres Aquarium filtern.
Blickt man in so ein leeres Aquarium, kann man kaum anders als selber auch, stellvertreten durch seine eigene Aufmerksamkeit, erst zum Ansaugstutzen hin, und dann in den Filter hineingesaugt zu werden, und kaum steckt man da drin, wird man auch schon misstrauisch: vielleicht ist ja der Filtersack schuld? Er wurde mit dem Aquarium mitgekauft, wer weiss also, was für infame Schweinereien da dran und drinklebten, um dann bei Nacht und Nebel aus dem Filter auszurücken und die Fische zu würgen. Kaum ist der Gedanke aufgeschienen, ist auch schon der Filtersack entnommen und ein blitzblanker ganz neuer eingebaut. Und es sieht auch schon aus, als sei das Wasser vielleicht noch einen Tick klarer jetzt und fischgesünder. Und ist der Fisch gesund, freut sich die Katze, und damit natürlich dann letztendlich auch der Mensch.
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