Unsere kleine Strasse
1
Die Kleinfamilie von gegenüber habe ich noch nie anders gesehen als im Streit. Überhaupt habe ich sie nur sehr selten gesehen, die beiden Fenster, die auf die Strasse blicken, sind blind, Ikearollos am Fadenzug sind eine milchige Barriere gegen die Menschen auf unserem Block. Man hört sie aber oft, die dicke Frau und den Mann in Feinripp, wie sie sich anschreien, Motherfucker, fucking, worum es geht, ist schwer zu verstehen, auch wenn man, wie ich jetzt, am Fenster steht und den Vorhang aus Milch ein wenig zur Seite zieht. Sie ist vor der Tür, bringt Müll raus, geht schwerfällig zum Auto, er steht auf dem Treppenabsatz, und sie schreien sich über die paar Meter kümmerlicher Distanz hinweg an, nicht voll Hass, hilflos eher, und überfordert von einem Leben, dessen Gesetze sie nicht begreifen. Zwischen ihnen der Vierjährige, dümpelt wie ein kleines Ruderboot ohne Anker und will bei keinem der beiden sein, beim Vater nicht, nicht bei der Mutter, die ihn mit sich zerrt, zum Dreirad, während sie über die Schulter brüllt, keine Argumente, keine Forderungen, blosse Zornes- und Frustrationsgeräusche. Das Kind läuft um den Vater herum nach drinnen, die Eltern schreien sich noch einen Moment an, dann gehen sie auch rein, das Kind kommt sofort wieder raus, gefolgt von der Mutter, die es aufsammelt und nach drinnen trägt, brüllend. Die Tür fällt zu.
2
Gegenüber auf den Stufen der little white box sitzt oft ein Pitbull-Terrier und betrachtet die Strasse, die sich dabei vermutlich fühlt wie eine Antilope im Kino, wenn die Antilope aufs Klo muss, um sie rum sitzen aber nur Löwen und wollen nicht aufstehen. Der sitzende Pitbull hat alle seine Moleküle in Einheit auf Lauern gebürstet, jedes Härchen lauert da, keins tanzt aus der Reihe, er ist ein gespannter Bogen. Vor vier Tagen dann schnellte er pfeilschnell von der Treppe, der kleine Nachbarshund kläffte vorbei und musste zerbissen werden. Zerknirscht die Besitzerin, natürlich komme sie für die medizinischen Kosten auf. Weil der Pitbull aber auch seine Zähne auf Angriff bürstete, und der kleine Nachbarshund so klein ist, war der Schaden gross, 1000 Dollar Anzahlung verlangte der Tierarzt, 2500 werdens insgesamt werden. Als Katy und JJ, die studentischen Besitzer des zerfleischten Hündchens, das der Nachbarin erzählen, ist sie entsetzt, sie hat doch kein Geld, und die Töchter aus dem Auto werfen erbost ein, das sei typisch für die Weissen, immer wollten sie nur Geld. Katy bemüht sich jetzt darum, den Pitbull einschläfern zu lassen, und will der Nachbarin das Auto wegnehmen.
3
Die neuen Mieter im zweiten Stock, beugen sich, als spät nachts wiederholt Musik nach oben brandet, aus dem Fenster und bitten um Ruhe. Sie könnten, erwidert man von hinter dem abgewrackten Lieferwagen, aus dem der Lärm kommt, gerne runterkommen, und die Forderung wiederholen, man bringe sie dann um. Am nächsten Morgen haben die neuen Mieter im zweiten Stock Eier an den Fensterscheiben. Sie ziehen zwei Wochen nach dem Einzug wieder aus.






This book was a magnificent ride. Starting out with a depressing description of the industrial food system, and the great river of corn flowing across the American continent, he proceeds to look at what he calls the industrial organic food system, the coopting of sustainability values by unsustainable big agriculture, and finally homes in on local growing and foraging. The section on Polyface farm in Virginia, with its insight into the biology of grazing, is truly inspiring, especially when contrasted with the nightmarish images of factory farming and CAFOs. The section on foraging and hunting touched me, too, but probably more for it’s Northern California flavor than for its content. As Pollan himself points out, foraging and hunting aren’t viable strategies for feeding a population any more, but reading about mushrooms in Berkeley, pig hunts in Sonoma and morels in the Sierra made me profoundly homesick.
