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Nature



Friday, August 11th, 2006

Graham Twigg – The Brown Rat (2)

This is one of the standards of rat lore and science, a concise overview of whats known about this pervasive rodent. Among the more surprising things I learned are the fact that the brown, or Norway rat, wasn’t present in most of the world until very late in the game, arriving in America in the 18th century, and in Europe barely earlier, and that the black, or tree rat, only predates that by a few centuries. It makes perfect sense of course, for the success of both species (and the devastating side effects) is closely linked to human civilization, but is startling nonetheless. Aside from that, the most surprising fact is how little was known about animals as ubiquitous and important as rats even in the 1970s, and I suspect not much has changed since then.

Friday, July 28th, 2006

Vorm Fenster

Auf der ganzen Etage gibt es keine Klimaanlage, nur ein paar Zentimeter Dach trennen uns alle von der Sonne Griechenlands. Draussen hält der Pazifik ihr Wüten in Schach, hier drin weht nur manchmal ein leises Lüftchen durch die gekippten Panoramafenster. Jetzt aber weht es nicht, sondern brummt, ich blicke auf und sehe mich Auge in Auge mit dem Vogel, der offenbar kurz einen Vorstoss ins Innere erwägt. Der heisse Feueratem, der ihm entgegenschlägt wird ihm die Schnapsidee ausgetrieben haben, surrend jedenfalls verkrümelt sich das Flugtier.

Tuesday, July 18th, 2006

Draussenbleiben

Das Meer ist Gemeingut, der Strand bis zu einem zweifellos in einer Verordnung festgelegten Abstand von der Flutlinie ebenso, aber direkt dahinter können Privatgrundstücke liegen. Aus diesem Grund steht entlang des Highway 1 oftmals der Strandzugang extra auf Schildern dort erwähnt, wo zwischen zwei Anwesen eine öffentliche Strasse sich zum blockierten Gemeingut abwärts schlängelt. Man mag sich über diese Unterhöhlung der Gemeinfreiheit empören, umgekehrt aber hat natürlich die Blockade auch ihr Gutes – indem nämlich nicht überall Horden von Urlaubern Bierdosen und Plastikflaschen im Sand zurücklassen und die Hottentottenfeige in Grund und Boden walzen, sondern eben nur an den öffentlichen Stränden. Der Rest liegt privat und in Frieden,

Tuesday, June 20th, 2006

Nacht, draussen

Es ist unerträglich heiss im Zelt und im Kopf. In der ersten Nacht hatten wir darum das Überzelt nicht aufgezogen; ein kurzer tropischer Schauer in den frühen Morgenstunden sah uns durch den Sand unter palmenförmigen Schatten taumeln und mit Zeltstoff wedeln. Zwar sah es am zweiten Abend nicht so sehr nach Regen aus wie am ersten, der Stoff blieb aber trotzdem drauf. Ein lautes Geräusch und heftiges Schnaufen setzt sich breit auf den Zaun zwischen Schlaf und Wachen, und langsam driftet mein Gehirn aus schwitzendem Halbschlaf ins Halbwachsein herüber. Vielstimmig schnauft es jetzt, schmatzt auch. Vorsichtig unbesorgt – Schwarzbären gibt es nicht, Alligatoren schnaufen und schmatzen nicht – werfe ich Licht auf meine Theorie und finde sie vierfach bestätigt, die Tiere schauen nur flüchtig in meine Richtung und widmen sich dann wieder dem Frühstück, das wir leichtfertig nicht ins Auto sperrten und das uns nun entweicht.

Thursday, June 15th, 2006

Panzer, quer

Der Fluss fliesst landeinwärts, die Gezeiten also arbeiten, wie auch die Sonne, gegen uns. Am Ufer zunächst Mangroven, dann Keksdosen mit Hurricanfensterverschalung, dann ausladende Anwesen; Motorboote auf erhöhten Bootsstegen und Jetskis in Paaren und Dreiergruppen. Schliesslich niedrige Vegetation. Hinter jeder Biegung vermuten wir Estero Bay und Shellmound Island, das Paddelziel, aber hinter jeder Biegung liegt nur mehr aufwärtsfliessendes, rotbraunes Brackwasser. Sonne und monotone Bewegungen erzeugen eine Trance, die Augen suchen dennoch den Grund ab, die Sonnenbrille filtert die Reflektionen und man sieht trotz Trübe und Gleissen einen Meter tief. Quer zur Fahrtrichtung schwimmt es unter dem Kanu durch, dreissig Zentimeter mag der Körperpanzer durchmessen, sechzig vom Kopf zur Schwanzspitze. Neun Meilen lang wird die Kanufahrt gewesen sein, am Ende.

bigquest7.jpg Not much happens in this cute little comic, a bird investigates a human walking and napping in the woods, another bird gets eaten, and a snake behaves out of character of species, but the reduced, calm way its drawn makes this a little gem. The bird exploring the sleeping human is particularly endearing.

Saturday, June 10th, 2006

Zentrum der Hohlwelt

Der Pfad durch die dunklen Palmen bog schon vor Minuten vom Fluss ab, in dem wir auf Alligatorsichtungen gelauert hatten, aber nur springende Fische hörten und sahen. In Kopfhöhe sind bunte Bänder an Bäume und Sträucher gebunden, allenthalben raschelt es im trockenen Laub und Unterholz, Gürteltiere vielleicht, oder ein Waschbär. Von fern hört man die Strasse, jenseits der Siedlung, die Cyrus Teed und seine Anhänger 1893 hier anlegten, und die jetzt ein Park ist, dahin wollen wir zurück. Aber der Weg will nicht, wie wir wollen, und mäandert durchs Unterholz. Schließlich, nach einer gefühlten halben Stunde, die Kreuzung mit einem anderen Weg. Rechts lockt der Lärm der Strasse, also gehen wir nach dort, aber schon nach wenigen Metern biegt der Trampelpfad abermals ab, weicht Palmen aus, aus der Luft sähe man sicherlich die Wege dichtgepackt im Dschungel sich winden, wären nicht die Palmen im Weg. Die Taschenlampe wirft einen kleinen Kegel in die Schwärze, grade genug, nicht über ragende Wurzeln zu stolpern oder auf Alligatoren zu treten.
Als die gefühlte Stunde voll ist, münden wir dahin zurück, wo wir den Ausflug begannen, der Fluss liegt still im Mondlicht, ab und an springt ein Fisch. Die Gespenster der Hohlweltschwestern im planetarischen Hof schlafen, ebenso unser Auto, aber ein Druck auf den Knopf weckt es auf, für die Rückfahrt zum Zelt.

Wednesday, June 7th, 2006

Anti-Insel

Ausserhalb des Wassers stehen Black Skimmer aufgereiht, dutzende von langen roten Schnäbeln parallelgerichtet, Elementarfischmagnete auf Jagdpause. Im Wasser ein paar Meter entfernt scheint nichts zu leben, keine Fische, keine Krebse, nur vereinzelte Watvögel und ein paar federlose Hühner stehen in den Fluten. Hier aber, begrenzt vom Ufer einerseits und einer momentanen Sandbank andererseits verläuft eine Schucht, vielleicht einen Meter tief an der tiefsten Stelle, über die ich in der Strömung hinwegschwebe, die Schnorchelbrille an die Nase gesaugt, und den Sand Dollars und den kleinen Fische mit den Flossenflügeln beim Dasein zusehe. Vom anderen Ende der Schlucht her kommt jetzt eine Kleinfamilie, die Kinder, aufgeregt, haben einen Fisch erspäht und klettern die Böschung auf und ab, die in Sandwolken und Lawinen in neue Formen ausweicht.

leguinsheron.jpg I like LeGuin’s work in general, but this tale of freedom and repression is not her best work. Two groups of exiles coexist on a wild, uncharted planet, one composed of the descendants of prisoners, the other of political exiles, sent away for their disturbing pacifism. When some people in the city try to increase their power and wealth by exploiting the pacifists, whom they perceive as weak, a struggle ensues, that ends in a murky compromise and further exile for a subgroup of the pacifists, who realise that they can only live their dream in complete isolation.
The book reads like a sketch or a first draft, with plot, background and philosophical implications all quite murky and unfinished. She’s still a good enough writer to avoid pitfalls a lesser writer would have fallen into (like the pacifists passive resitance succeeding, for instance), but overall, this book falls apart.

The Third Chimpanzee I have a weakness for the crop of evolutionary psychology and anthropology that has sprung up in recent years, and this one on the evolution of the human chimpanzee and the specific problematic baggage he brings from this evolutionary history is no exception. Of particular interest, both for content, as well as for the insight into the genesis of such book it provides, is the chapter on differential development of human societeties, that later bloomed into a full grown book of its own: Guns, Germs and Steel. Diamond writes delightfully entertaining, and his examples are fascinating. The only drawback is the bleak picture he paints for the future of this planet and our species, sounding just as correct today as it did 15 years ago, when he wrote it. The only difference being that the monster of major climate change caused by us monkeys no longer is something to be feared decades in the future, but seems to wait just around the corner. Maybe we can gang up on it, kill it and eat it. That strategy served us well in the past.