Autos, Ampeln, Flugzeuglichter verschwimmen, ein Kaleidoskop im Auge. Macht nichts, ich kenn den Weg, der Verkehr um diese Zeit minimal, ich könnte das blind. Der Querverkehr auf dem McCarter Highway bekommt rot, nur Linksabbieger dürfen noch einen Moment, dann schaltet die Fussgängerampel. Nur Linksabbieger von rechts kreuzen meinen Weg an der rechten Strassenseite, und als der letzte davongesschwommen ist fahre ich also los. Es hupt zugleich von hinten und von links, ein Auto fährt in vollem Tempo und bei rot in die Kreuzung, ich halte, das Auto hält. Der Fahrer surrt die Scheibe runter, streckt den Kopf raus und ruft “Dumbass”. Zu müde, ihm seine rote Ampel zu zeigen, steige ich auf und fahre weiter, auf meine eigene zu.
West Side überquere ich später mit Blick links und rechts: kein Auto zu sehen oder hören. Der letzte Block vor dem Zuhause, ich wechsle auf den Gehweg, um abbiegen zu können. Ein hagerer Schwarzer mit Stirnband kommt mir entgegen, als ich neben ihm bin, grunzt er laut und springt mich an und greift mir in den Lenker, aber nicht ganz, nur Spass. Das Adrenalin summt in meinen Ohren, als ich in unsere Strasse abbiege und dem schräggebogenen Schild ausweiche, seit Wochen schon hängt es da in Kopfhöhe. Irgendwann fahr ich dagegen, das weiss ich schon. Dumbass.
