Wie das wäre, wenn man nicht wüsste, wie es gestern war, hat man ja ganz gut in diesem Film da gesehen: man liefe mit Tätowierungen durch die Gegend und wäre an allem selbst schuld (vereinfacht dargestellt). So ging es dem Patienten N.M. in den fünfziger Jahren, nachdem das Rauszupfen des hinteren Teils seines Temporallappens die Epilepsie nicht heilte und das Doktorenteam dann auch noch den Hippocampus, das sogenannte Seepferdchengehirn, rauszupfte. Das Seepferdchengehirn ist wichtig fürs Erinnern, und N.M. konnte von diesem Moment ab keine neuen Erinnerungen mehr anlegen. Das ist vermutlich ungefähr so furchtbar, wie es klingt, zum Beispiel, weil er sich Preisänderungen nicht merken konnte, und die Inflation ihm vermutlich bei jedem Einkauf von neuem das Gefühl gab, fürchterlich betrogen zu werden. Immerhin sind die endlosen Versuche, die mit ihm unternommen wurden, sicher besser zu ertragen, wenn jeder Tag der erste ist. Ganz schön ausserdem die kleine Geschichte, in der N.M. über Tage hinweg lernte, einen Stern im Spiegel nachzuzeichnen. Er habe erwartet, sagte er nach drei Tagen üben, dass dieses Spiegelzeichnen schwieriger sei – er erinnerte sich nicht mehr, das gelernt zu haben.
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