Als ich am Montag zum Training humpelte, die paar Meter aus der Realschule (Optometry) ins Gymnasium (Hearst), stand am Himmel über der hinter den Gebäuden unsichtbaren Bay eine Mondschüssel, eine schmale, waagerechte Sichel, und vielleicht fünf Schüsselbreiten drüber, weder blinkend, noch gar hoffnungslos sinkend, der Abendstern. Lügenmedium Kunstlied.
Aus mir nicht zugänglichen Gründen trägt das bevorstehende nahe Treffen von Venus und Mond Bedeutung, es muss der Astro-Instinkt im Reptilienhirn sein, und ich mache mir einen Knoten ins innere Ohr, am Dienstag nochmals nach oben zu sehen, um das Ereignis nicht zu verpassen.
Am Mittwoch fällt mir das wieder ein, als ich erneut humple, diesmal deutlich zu spät fürs Training, weil ich den Zehschmerz jetzt verstehe und weiss, dass der Fuss nicht belastbar ist. Die Mondschüssel steht auf der anderen Seite des Planeten, und was auch immer das Treffen bedeutet haben mag: es ist vorüber.
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