Search

Im Zuge der Urbarmachung des Sands und der Steine erlernte der Mensch allerlei Dinge über den Teil der Welt, der grün angestrichen ist – beziehungsweise innen drin grüne Farbbeutelchen namens Chloroplasten enthält, wie wir heute wissen. Es stellte sich zum Beispiel heraus, dass die Wurzeln unten aus den Pflanzen herauskommen und in Erde gesteckt werden müssen, dass auch Pflanzen Sex haben und man das Insekten nennt, und dass man alle Pflanzenteile essen kann, aber nur bei ganz Bestimmten dann auch was Interessantes passiert. So kam die sogenannte Bauernschläue in die Welt und blieb da sitzen bis heute.
All das hilft mir jetzt aber rein gar nicht beim Versuch, den Umzug aus dem kleinen ins turmhoch darüber aufragende grössere Becken zu planen. Pflug, Esse und Kunstdünger mögen ihren Platz haben, wenn auf dem Hofgut Einsiedel die Zuckerrübe genährt werden soll, in meinem Aquarium geht es um andere Dinge. Oder vielleicht würde ein gründliches Durchpflügen hier auch helfen, locker ausgeworfene Furchen, aufragend in der Mitte der Zusammenschmiss, werweiss wüchse der Spinat dann noch einen Tick furioser in die Höhe. Ich werde es nie erfahren, mangels Pflug.
Aus der vergangenen Unbill weiss ich mir herzuleiten, dass Nitronella und Nitrierchen einen festen Fuss fassen müssen, ehe vergleichsweise höheres Leben, also zum Beispiel Barben und Ottos, sich tummeln können. Nun bin ich ja heutzutage in der vergleichsweise glücklichen Lage, über von Nitrobakter-Zivilisationen im mindestens schon präatomaren Zeitalter überzogene, man könnte fast von Verschleimung sprechen, Steinchen und Gebilde zu verfügen, die in nitrobakterreichen Fluten baden. Ganz zu schweigen von den Pflanzen. Und dem Schloss! Es ist also ausgemachte Sache: erst zieht das Wasser, dann der Kies, dann die Deko, dann die Pflanzen ins neue Becken um. Und wenn dann dort ein neues Nitrozeitalter heraufgezogen ist, werden mit dem Schleppnetz auch die Fische aus dem verödeten Altqaurium geklaubt und ins neue geworfen. Fein, so also wird es gemacht.
Leider bringt aber so Wasser neben Nässe auch erklecklich Gewicht mit, ein Gramm pro Kubikzentimeter mal Joule durch Kelvin, und das alte Aquarium ist weder mit gutem Zureden noch durch dran Rumzerren vom Müll namens Tisch zu bekommen, aus Gründen dieses Gewichts, also seiner schweren Masse. Das neue hingegen wiegt schon leer und nur mit einer niedrigen Kiesgrundlage befüllt, so viel, dass es nur noch mit grosser Mühe anzuheben ist. Füllte man Wasser hinzu, würde es noch schwerer! Knifflig! In einem Eimer könnte man wohl das Wasser zwischenstauen, aber woher einen Eimer nehmen, in dem nicht Seifenpartikel Fischfeindlichkeit etabliert haben?
Am Ende lasse ich einfach pfiffig ein starkes Drittel des Altwassers über den Saugschlauch ins Neuaquarium ab. Beide Becken sind nun unter Ächzen und Keuchen grade so eben bewegbar, und es schwappt aus dem Alten auch fast gar nichts oben raus, als ich es vom Müll nehme und auf den Boden stelle. Oder jedenfalls ist es nur Wasser, das da rausschwappt, und so eine Wohnung ist ja nicht aus Zucker.
Jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Weiteres Wasser wird umgesiedelt, dann mit voller Hand der vollgekackte Fischkies eingestreut, und die Pflanzen aus dem Grund gerissen und strategisch ins jungfräuliche Kiesbett gesetzt. Der promiskuitive Spinat hat seit seiner Ankunft hier sage und schreibe sieben Ableger produziert, echter Fickspinat, beziehungsweise Masturbationsspinat, weil es sind ja keine weiblichen Spinate im Spiel. Es ist ein Segen, dass im Aquarium kein Pflug vorhanden ist, es wäre sonst das Lustgewächs gar nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen. Diese Sieben und die anderen Pflanzen gründlich im Boden verankert, den Lavastein und das Schloss neu errichtet, steht einer endgültigen Befüllung des neuen Lebensraums nun nichts mehr im Wege.
Mangels eines langen Schlauches wird das aber ein bisschen dauern. 100 Liter lang.

Deprecated: Function link_pages is deprecated since version 2.1.0! Use wp_link_pages() instead. in /mnt/web224/a3/17/5110917/htdocs/engine/wp-includes/functions.php on line 6170

Something to say?

Warning: Undefined variable $user_ID in /mnt/web224/a3/17/5110917/htdocs/engine/wp-content/themes/wuhan/comments.php on line 73