Der zweite Versuch, durch die Zufuhr zerkochter Gemüsemassen die Ottoernährungslage im Becken aus ihrer Schieflage zu wuchten, scheitert zwar auch, aber auf so unterhaltsame Weise, dass man den Barben diesmal nun wirklich nicht böse sein kann.
Schält man eine gekochte Erbse aus ihrer Erbsenhaut, und zwackt sodann von den sich gefügig teilenden Erbsenhälften je nochmals eine Hälfte ab, so ist das entstehende Erbsviertel trotz aller Zwackerei noch immer zu gross für die Barbenmäuler und auf einen Happs durchaus nicht zu packen. Vielmehr schnappt sich sofort einer der Fische den Erbsbrocken und saust damit wie angestochen durch die Gegend, schlägt Haken, taumelt verwegen. Nicht aus schierer Lebens- oder Erbsenfreude, freilich, sondern in einer Art Futterflucht, weil nämlich die anderen sechs Fische ununterbrochene Attacken gegen den Erbsenträger schwimmen. Unweigerlich verliert der sich in einer erheblichen Minderheit befindende Fisch den Erbs, ein anderer schnappt ihn sich, und das Spiel setzt sich in anderer Besetzung fort.
Dabei ist nicht zu erkennen, dass am Erbs auch genagt würde, dennoch aber schmilzt er Stück um Stück dahin. Es muss wohl im Inneren des Karpfenmauls noch einen weiteren Mund geben, einen zahnstarrenden Innenschlund, der am sorgsam getragenen Erbstrümmerstück knabbert und es dezimiert. Schliesslich passt der Erbs ganz ins Fischmaul, und die kriegerischen Auseinandersetzungen enden, weil die anderen Fische die Trophäe nicht mehr sehen. Interessanterweise begreift der glückliche Eigentümer der Erbse das aber nicht und schiesst nach wie vor wie besessen durch die Fluten, nur jetzt ganz ohne Verfolger. Erst wenn der letzte Erbskrümel im Innenschlund vergangen ist, kehrt Ruhe ein.
Bis ich das nächste Viertel einwerfe. Besser als Fernsehen.
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