Es geistert durch das Online ein Gerücht, dass nämlich Fische des Lernens nicht mächtig seien, und es, das Lernen, auch nicht vom Menschen lernen könnten, Catch 22, quasi. Das stimmt aber, wie die meisten Dinge, an die jemand glaubt, natürlich nicht. Zuerst nämlich schauen unsere neuen Fische sich ratlos an, als wir den Beutel ins klare, jungfräuliche Wasser hängen, dann, als wir nach und nach Aquarienwasser in die Tüte geben, werden sie zunehmend zutraulicher, und als wir sie dann schliesslich, nach behutsamer Wasserangleichung, in ihr neues Wohnzimmer mitten in unserem Wohnzimmer entlassen, haben sie sich praktisch schon eingelebt und nehmen wie selbstverständlich den ganzen Ramsch in Besitz. Und dergleichen Eingewöhnung will doch schliesslich gelernt sein.
Just in diesem Moment kommen Freunde zu Besuch und hinterlassen Kinokarten für uns und andere Freunde für heute abend, was die Fische zwar nicht weiter interessiert, umgekehrt aber schon. Nach mehrfachen Entzückenslauten freunderseits geht der Besuch dann zuende, und kaum sind sie zur Türe wieder draussen, sause ich zurück, um die neuen Fische noch einmal ordentlich anzubewundern, vor dem Kino.
Und.
Was.
Muss.
Ich.
Da.
Sehen.
Weisse Punkte. Auf den Augen des Tetras, der auch schon, seien wir ehrlich, ein wenig rat- und beinahe lustlos daherpaddelt. Leer starre ich ins Becken. Keine Stunde ist es her, dass wir die Fische hier reinsetzten. Wenn es sich hier um Parasiten handelt, folgere ich messerscharf, dann kommen sie wohl aus dem Andromedanebel, und die gesamte Menschheit ist rettungslos verloren. Kamen nicht die Körperfresser des Sutherland’schen Remakes hier aus der Gegend?
Sind aber keine Parasiten aus dem Weltraum im Spiele, dann stimmt ganz sicherlich und ohne Zweifel mit unserem Aquarium etwas sehr Ernstes nicht.
Andererseits lebten die Goldfische Wochenlang nach dem Auftauchen der weissen Punkte, und womöglich sind weisse Punkte auf Fischaugen ja auch nur ein Zeichen von Stress, wie es das Einwohnen einer neuen Bude und das Umgetopftwerden in neue Brühe ja sicherlich vorstellt.
Zudem rückt der Kinobesuchstermin näher, und wir wissen ohnehin weder Rat noch Hilfe, lassen die Fische also im Becken zurück und gehen, uns einen Kampfkunstfilm anzuschaun.
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