Wie junge Katzen um vögelnde Menschen schleichen wir um das Riesenbecken in der Medienzentrale. An den Wänden Dutzende bunter Fernseher, auf denen hochauflösend Fischliveübertragungen zu sehen sind, ein virtueller Fischmarkt. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger klickt man den gewünschten Fisch an, und der mufflige und ein bisschen riechende Aquarist – nicht der Fisch-Fascho, denn der hat keine vernünftigen Goldfische, und auf Goldfische sind wir aus, als wir den Laden betreten – lädt die gewünschten Tiere dann erst in ein Netz hinein, und dann aus dem Netz in einen Beutel runter, den Beutel trägt man dann nach Hause und schon kann man die Fische installieren. Praktisch, so ein Netz.
Aber das Überangebot an Fischware lähmt uns komplett, wie in einer sanften Strömung driften wir immer im Kreis um das Schauaquarium, an den ganzen kleinen Bildschirmen vorbei, und werden immer ratloser. Nur wenige der Fernseher zeigen eine Kaltwasserwelt, und was da drin wohnt sieht im Vergleich mit der bunten Tropenwelt karg und undekoriert aus. Aus einem Kaltwasser- ein Warmwasserbecken herzustellen, so erfahren wir auf vorsichtige Nachfrage, sei ganz leicht, man müsse nur seinen Heizstab in der Feuchte versenken, und schon sei der Grund bereitet für Haltung und Zucht des bunten Tropentiers.
Jetzt wird uns freilich ganz schwidnligh, Verzeihung, schwindlig, denn nun stehen uns ja alle Fernseher offen wie weiland Magellan die Nordwestpassage, oder jedenfalls so ähnlich. Barben und Tetras in allen Formen und Farben locken schamlos, und andere Fische mit ganz unaussprechlichen Namen. In einer Ecke lauern ein paar Piranhaartige die geschätzt so gross sind wie unser ganzes Becken und also vermutlich in kürzester Zeit auf Quaderform anwachsen würden und dann auf dem japanischen Markt sicherlich, aber ich schweife ab.
Welche Fische also sollen wir wählen? Schliesslich fasse ich mir ein Herz, nehme meinen Zeigefinger zur Hand und richte ihn rigoros und sehr bestimmt auf Caroline. „Such Du aus“, sage ich. Problem gelöst.
Minuten später tragen wir einen riesigen, mindestens fünf Zentimeter langen Tetrafisch und drei Sumatrabarben nach Hause, sowie einen Heizstab und eine Dose Tropenflocken, den frisch gewonnenen Fischen zur Zehrung.
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