Auf seinem Fahrrad fährt der Nachbar einige Runden auf dem Parkplatz hinter unserem Haus, und sieht aus der Höhe aus wie das Ikonogramm eines Radfahrers, eine Scheibe auf einer Linie. Jeremy kommt dazu, die Schultern hängend, den Kopf eingezogen trottet er tangential an der Kreisbahn des Radlers vorbei auf die Tomatenstaude am Zaun zu. Seine Anziehungskraft stört die Keplerbahn, und im geschwungenen Bogen nähert sich nun auch der Radfahrer den Tomaten. Beide stehen dort einen Moment, ein paar Worte fallen, in der gedehnten, kraftlosen Dude-Modulation, mit der wohl Lässigkeit demonstriert werden soll, und die uns im Wechsel mit treibenden Bässen durch die dünnen Holzlatten des Apartmentbodens und ergänzt von Hanfschwaden aus den Fenstern vom generellen Stand der Dinge bei Jeremy unterrichtet, und genau wie diese Botschaften aus dem Untergrund inhaltlich nicht zu verstehen. Der generelle Stand der Dinge bei Jeremy jedenfalls scheint über die vergangenen Monate hinweg stabil.
Der Nachbar auf dem Rad pflückt eine reife Tomate und wirft sie kräftig zu Boden, Jeremy und er lachen kurz, wohl über das Geräusch der platzenden Frucht.
Something to say?
