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Ich habe nichts gegen Krankenhäuser. Sie helfen den Menschen, die man in sie hineinsteckt, zumindest theoretisch, sie erinnern uns mit dem geballten Elend, das in ihnen stattfindet, daran, dass es uns eigentlich ganz gut geht. Sie sind riesige Übelkeitsstaubsauger, und ziehen mit einem sanft bohrenden Geräusch Bakterien, Viren, Fortsätze und ihre Träger an, in sich hinein und halten dadurch die Strassen frei. Zudem ist das Essen in ihnen gar nicht schlecht.

Hier in der Gegend sind die Krankenhäuser alle auf die Hayward Erdbebenspalte draufgebaut, aus der in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren wie eine Krake die Geoenergie steigen wird, um an allen Häusern ein bisschen zu rütteln. Die Plattentektonik, aus der sich die Geokrake speist, hat das sich auftürmende Faltgebirgsgestein im Laufe der Jahrtausende zu Sand zermahlen, und die findigen Europäischen Siedler bauten auf diese Sandflächen dann Fussballstadien und Krankenhäuser, weil es so schön flach war. Hätte man selber vermutlich auch nicht anders gemacht.

Aber genug des Allgemeinen, das ist ja nichts Besonderes. Der vierschrötige Neger, der da unser Apartment betritt, andererseits, der ist was besonderes. Er trägt einen Helm, zur Arbeitssicherheit, obwohl ihm bei uns nicht viel auf den Kopf fallen könnte, ein auf ein Frühstücksbrett geklebter Pfeilschwanzkrebs vielleicht, aber nur wenns bebt, und es bebt ja nicht. Was ist los? fragt der Neger, und ich stehe immerhin aufrecht vor ihm und stammle etwas Inkohärentes über meinen Bauch. Vor ein paar Sekunden war ich noch sicher, dass sich alles in einer kleinen Peinlichkeit auflösen würde, eine simple Muskelzerrung im Bauch, was soll das Theater, Herr Schreiber, hier die Rechnung, aber jetzt, wo drei mächtige Feuerwehrleutsgebirge sich tektonisch in unser winziges Apartment schieben, verschiebt sich auch meine Wahrnehmung. Wahrscheinlich nur, weil man mich ernst nimmt, in meinen absurden Lederflipflops und der Haushose. Profis, man merkt es gleich.

Eh ich mich versehe, habe ich drei Leuten erklärt, wie das mit den Schmerzen ist, und finde mich auf einer Tragbahre hinten in einem roten Auto wieder. Gegenüber steht ein Feuerwehrauto, eine Weile lang werde ich denken, das geträumt zu haben, aber dann erfahren, dass in den Feuerwehrautos der Sauerstoff drin ist, für wenn man mal Sauerstoff braucht. Brauch ich aber ja gar nicht, und bekomme auch keinen gereicht. Stattdessen fragt man mich, zwischen Stöhnlauten, die mir selbst übertrieben vorkommen, fachkundig aus, wer weiss, was ich der Krankenschwester alles an kritischen Passwörtern und dunklen Geheimnissen erzählt habe, ich jedenfalls nicht mehr. Ist mein last.fm Account noch sicher oder hört die Feuerwehr jetzt mit?

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