Zwei Kreuzungen
Die Motorhaube senkt sich dem Belag zu, der Wagen bremst und wird also, wie vorgeschrieben, am Stoppschild für einen Moment zur Ruhe kommen. Ich selbst rolle ungebremst weiter, aber schliesslich bedeuted es für mich auch eine Anstrengung, das Rad zum Stehen zu bringen und anschliessend wieder ins Rollen. Die Ausnutzung der kleinen Pause zwischen dem Anhalten und Anfahren der Autos an diesen Kreuzungen zum strengenommen regelwidrigen Durchrutschen ist mir darum zur Gewohnheit geworden. Diesmal aber hebt sich die Motorhaube noch im selben Sekundenbruchteil – das Stoppschild wird nicht geachtet, sondern nur mit einem angedeuteten Nicken zu Kenntnis genommen – und das Auto prescht quer in meinen Weg. Ich presse beide Bremshebel, lenke zugleich nach rechts und verlasse die Kreuzung in Gegenrichtung zum einschiessenden Auto, noch ein weiteres muss ich passieren lassen, ehe ich wenden, erneut rechts abbiegen und meinen Weg fortsetzen kann.
Zwei Querstrassen weiter steht der Pickup schon halb in der Kreuzung, als ich ankomme. Er hat gehalten, um einen Radfahrer vorbeizuwinken, und winkt nun auch mich durch. Das tun sie gern, aus vermeintlicher Höflichkeit ein Element der völligen Unberechenbarkeit in ihrer Blechtrajektorien einbauen, sodass unsereins ständig um Leib und Leben fürchten muss. Auf der zweiten Spur neben ihm schickt sich ein weiterer Wagen an, in die Kreuzung einzufahren, tut das, fährt vor mir durch, und noch immer winkt der Mann im Pickup. Ich bleibe stehen.
Er winkt.
Ich stehe.
Schliesslich wird es ihm zu dumm, er tritt aufs Gas, mit einem enormen Knall zündet sein Gerät fehl, macht einen kleinen Satz vorwärts und verlässt das Schlachtfeld. Das Summen in meinem Ohr lässt ein wenig hügelaufwärts dann wieder nach.

For years I had suspected that the historic truth is being stretched and bended, possibly even mutilated, in order to make Dresden into the innocent symbol of allied war atrocities dominating the German discourse of the bombings. Now, having read Schubert’s book on the subject, I am better equipped to dispel the myths, and predictably find my inferences confirmed. No liquid phosphor rained down, the city was not full of fugitives or innocents any more than any of the other cities inhabited by Nazis was, and the local industry was neither insignificant nor unimportant for the war. Dresden has turned into a monumental tool for relativists, for whom the outcome – the destruction of human life and property – is the only determinant of the morality of an action, and for whom dead Nazis and their dead victims form one soppy canvas to paint a kitschy portrait of their nationalism disguised as benevolent peacefulness upon.
I came across this book on one of the shelving carts in the main UC Berkeley library while searching for a completely different one that had gone missing (and sadly hasn’t been located since). Its author, briefness and subject matter immediately commanded my attention, and after having read it, I’m happy I stumbled upon it. This brief treatment of Hegel’s work is a small miracle, capturing his theory of history, dialectics and the master/slave dichotomy rising from his theory of Selbstbewusstsein, and in turn giving rise later to Marx’ alienated labor. A wonderful introduction, and a solid argument for libraries where books are accessible rather than being ordered from closed stacks through a catalogue.





