Eine tiefschwarze Gewitterfront, ein Weltende nähert sich aus dem Inneren Jerseys. Südlich der Bahnlinie öffnet ein Kumulonimbus die Unterbuxe und lässt einen zylindrischen Wasserwirbel auf den Ironbound hängen, gesäumt von Blitzen, die sich sekundenlang in meine Netzhaut brennen: Lösungen für ein Problem der Elektrodynamik, das schon nicht mehr existiert. Jeder dieser Blitze trifft ein Ziel, schlägt irgendwo ein, dort im Ironbound, erst jetzt begreife ich diese simple Gewitterwahrheit, oder denke jedenfalls, dass ich sie erst jetzt begreife. Ich zähle Blitze und lasse es dann wieder.
Die Betonbodenplatten der Tankstelle wurde von Zeit und Ghettoschleudern und Tanklastern verschieden stark in den feuchten Untergrund gedrückt. Die Höhenunterschiede der Plattenkanten sind ausreichend, mein Rad aus der Bahn zu werfen, die Kreuzungspunkte ihrer schwankenden Geometrie markieren einen sicheren Pfad. Ich folge ihm automatisch und ohne hinzusehen, Heimatsumpferde unter den grauen Platten. Ein Jahr.
Über die feuchte Brache hallt später ein Schuss von der Tankstelle her. Halblaute, erregte Stimmen folgen dem Knall, Mitternacht. Ich finde mit geschlossenen Augen meinen Weg um das Warten auf Sirenen oder weitere Schüsse herum, und schlafe ein, eine abgefeuerte Kugel auf dem Weg zur Wand.
