Wie Sterne funkeln, hoch über und vor mir, entfernte Lichtpunkte. Die Luft ist stickig. Noch Minuten vorher fuhr ich in der Straßenbahn auf der Suche nach den Maple Leaf Gardens (vage erinnerte ich mich an eine Parkanlage) an manchem Bankturm und sogar der Reichsschrifttumskammer vorbei. Der Park fiel immer weiter zurück, denn dort war es finster und leer gewesen. Nichts passenderes aber tauchte auf, und so stieg ich endlich aus, zu Fuß die Straße zurück, immer auf der Suche nach dem Maple Leaf Garden, der Blauen Blume dieses langen Freitags, die Trent Reznor und seine Krachmacher zum Blühen bringen sollten. Und ich brauchte sie dazu nur zu finden. Die Blume.
Wieder erreiche ich, diesmal zu Fuß, die Parkanlage. Eine Gewächshauskuppel wölbt sich, mit Glühbirnen geschmückt und angerostet, groß, aber nicht groß genug, um ein Hockeystadion zu fassen. Ratlos stehe ich auf dem Asphalt, Yonge Street und bekanntes Terrain schon im Blick. Kein Rasenstück mehr zu sehen, kein Garden weit und breit. Wieder fällt mein Blick auf die scheußliche Fassade der Reichsschrifttumskammer, kantiger Stein ragt eckig, aber: auf den quadrigen Steinrippen steht nicht Reich und nicht Schrifttum. Auf den Rippen steht “Maple Leaf Gardens” und jetzt muß ich aber doch, Dunkelheit herrscht ja längst, lachen.
“Tickets”, sagt ein Langhaariger verschwörerisch vor dem Eingang, ich bin viel zu spät, macht aber nix, schon für 75 Dollar gibt er mir sein letztes. Bestes auch. 40? Auch gut. Drinnen Lärm, Lichtschau und der eingangs erwähnte Feuerzeugsee in den Rängen, kitschige Sterne am Himmel der Reichsschrifttumskammer.
Something to say?