Ich bin 15 Minuten zu früh und hebe nach erfolglosem Klopfen den Briefschlitz an. Dahinter sehe ich einen Katzenbehälter aus Plastik. Douglas hat keine Katze. Falsches Stockwerk also. Leider habe ich keine Möglichkeit, das elektronische Bewohnerverzeichnis zu nutzen, weil das elektronische Bewohnerverzeichnis defekt ist. Natürlich hängt auch nirgendwo ein Papiernes. Wozu brauchte man sonst auch ein Elektronisches? Ich fahre vier Stockwerke nach unten, Klopfen, Briefschlitz. Wieder falsch. Fahre zwei Stockwerke nach oben. Diesmal bin ich richtig, 16. Stock, aber zu Hause ist trotzdem niemand. Ich fahre zurück ins Erdgeschoß, um in der topfbepflanzten Lobby auf einem geblümten Sofa zu warten, die Aufzüge im Blick. Nach einer Viertelstunde, in der die dicke Hauswartsfrau mehrfach mißtrauisch um die Ecke späht, sich schließlich ein Herz faßt und mich, nur damit sie’s weiß, fragt, ob ich auf wen warte (“Yes” – zufriedenes Nicken), kommt mir der Verdacht, daß Douglas in einem der anderen Aufzüge aufwärts fuhr, während ich nebenan abwärts.
Ich fahre wieder hinauf. Klopfen. Nichts. Wieder ab zum Sofa, ich überprüfe im Aussteigen, wo die anderen Aufzüge sind. Einer steht im 16. Stock. Ich drehe die Augen nach oben und fahre ihnen hinterher, dem Ende entgegen.
Something to say?