Die Ebene liegt in strahlender Frühlingssonne, hunderte von Metern entfernt brandet der See, gepeitscht vom eiskalten Wind, meterhoch an den Schutthalden auf. Stahlträger glitzern eisbehangen. Rasch verlasse ich trotz des malerischen Anblicks den asphaltierten Weg wieder, zu kalt pfeift der Wind mir dort oben durchs Jäckchen. Durch abgestorbenes Unterholz folge ich einem Trampelpfad, in den Bäumen über mir kreischen Möven, das einzige Geräusch. Ein paar Bäume geben den Blick frei, und da sitzen, dicht an dicht, zirka eine Million Möven versammelt und tun rein gar nichts. Vorsichtig nähere ich mich, die ersten fliegen auf und schweben im Wind über den Wipfeln, jetzt sind es ein paar hundert, kreischend und fast unbeweglich in der eisigen Luft. Jetzt müssen es tausend sein, zwei-, fünftausend, unmöglich zu schätzen. Ohrenbetäubendes Gekreische liegt in der Luft, der Himmel ist bedeckt mit träge schwebenden Mövenleibern. Vom Rand der Kolonie aus sehe ich sie sich erstrecken, noch hundert Meter oder mehr. Ich stehe im Vogelwirbel und staune.
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