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Tuesday, April 26th, 2005

overheard


In North Berkeley, along Shattuck, stretches the collection of fancy shops, nice restaurants and upscale knickknackeries known as Gourmet Ghetto. On a normal, sunny day, the patrons of the Cheeseboard Collective will populate the grassy median of this busy road, to gobble down their high quality vegetarian organic superpizza. Even the signs they have conquered, to spell their minds.

Just across the street is Chez Panisse, the legendary and legendarily expensive upper crust cafe. Someday I will go there, to their downstairs section, where things are more moderately priced and a tad less glam.

In the meantime, I’ll get my lunch at Jimmy Beans in Haas business school, a greasy Cajun chicken sandwich with a bit of Cesar salad. And while I’m in the throng of overdressed nasties waiting for my grub, I’ll hear one of them answering the rhetorical howareyou with “Pretty well. Our clients just took us out for lunch to Chez Panisse and served some Champagne. They’re pretty cool.”

Not that I really think I’m in the wrong business, but am I?

Tuesday, April 26th, 2005

Formtrieb

Während ich meine Kreise ziehe, frage ich mich, warum ich sie ziehe. Nicht dass das Umgraben der rindenstückbestreuten Scheibe unberührte Natur zerstörte. Aber seltsam ist es doch, dass der Schaffensimpuls inmitten der vollständig durchgestalteten Campuslandschaft sich eine Nische sucht, der ein persönlicher Stempel aufgedrückt werden kann. Es liesse sich argumentieren, dass der Frühmensch suchte, was er zu formen verstand, und experimentierte, und spielerisch die Kräfte meisterte, die jetzt uralte Farnwälder in quadratkilometergrosse Plastikteppiche verwandeln, und der Gestaltungswille also in der Fähigkeit zur Technologie aufginge.

Aber selbst wenn das stimmte, legten sich doch um den mechanischen Verhaltenskern Schichten von Komplikationen, persönliche Eitelkeit, Trotz gegen die Anonymität, Ä?sthetik reiner Formen, Kontraste auf etlichen Abstraktionsebenen, um nur ein paar zu nennen, und zuletzt schliesst sich die Zwiebel aus Motiven zur ganzen Frucht:? und gefällt.

Thursday, January 13th, 2005

Batteriequetschung

Ein leises Schnappen, das teure LED-Fahrradlicht springt ohne Vorwarnung vom Lenker und zerschellt auf dem Asphalt in sechs Teile. Zwei Batterien, Basis und Deckel, Spiegel und transparente Front verteilen sich über auf die befahrene Strasse. In den Pausen zwischen den Autos sammle ich sie wieder ein, für jede Komponente muss ich eine halbe Minute warten. Die zweite Batterie ist gequetscht, als ich sie aufsammle, aber noch dicht.

Tuesday, January 4th, 2005

Highway encounter

Nacht, aussen. Buntes Licht im Schee. Sirene.

Lautsprecherstimme: Get out of the traffic and park your car.

Ein Schnauzbartträger steigt aus der Highway Patrol Wagen. Der virtuelle Schnauzträger am Steuer des gestoppten Wagens lässt die Scheibe runter.

Schnauz: Get out of your car. You know why you got pulled over? For speeding. I need your license.
virtueller Schnauz: steigt aus. Speeding? Händigt den Führerschein aus.
S: scharf That’s what I said. I didn’t stutter. Sit on the passenger side.
V: schluckt, steigt ein
S: Where are you headed?
V: The Bay Area.
S: Do you have any idea what the speed limit is on this road under chain conditions?
V: Err.
S: It’s obvious you don’t, you don’t give a damn. What do you think the speed limit might be?
V: Well, I thought it would be whatever is reasonable to drive under these conditions.
S: You think it might be 65?
V: schaut aus dem Fenster, wo ein Schild mit einer 65 drauf am Strassenrand steht, wittert die Falle. No.
S: Have you ever been an officer?
V: ?
S: schärfer Have you ever been an officer?
V: No.
S: Well, I have been an officer for 23 years. Have you been at the site of an accident?
V: Err. No.
S: I have been. I have seen cars like yours tipped over. How fast were you going just now.
V: Err, probably something like…
S: 52 maybe?
V: Err.
S: Do you think you might have been going 52 miles an hour?
V: I guess so.
S: Would you be surprised if I told you that the speedlimit on this road is 30 miles an hour right now?
V: gulp
S: That’s right. Did you see me driving along at 40 miles?
V: kleinlaut Yes.
S: Did that make you think?
V: unverständlich
S: When I was flashing my lights at you? Did that give you any ideas?
V: stammelnd Err, I didn’t, wasn’t, I thought, err. No.
S: Nickt zufrieden That’s quite obvious. You know why we close this road? It’s because of people like you in big SUVs, who think they are safe. Caltrans wanted us to reopen the pass, because it has been closed for so long.
V: guckt wie ein Schaf I didn’t see any signs.
S: nickt grimmig Yes, they’re all snowed over. pausiert kurz If I gave you a ticket not, it’s for dangerous driving. That’s 300 dollars.
V: guckt wie eine Schafherde
S: Did I make a point?
V: Mäh!
S: Excuse me?
V: Yes. A whole bunch of points, actually.
S: I hope so. We don’t want to see you hurt, or your lady, or other people. Gibt den Führerschein zurück. Obey the speedlimit.
V: Yes. I will. Have a good night. Steigt aus und stapft durch den Schnee zurück zum SUV.

Friday, December 31st, 2004

snow


snow
Originally uploaded by Genista.

A slightly mysterious view of the bubble snow flakes on top of a sunshade. don’t do this at home.

Sunday, December 26th, 2004

I’ve got gas


heat, closer
Originally uploaded by Genista.

When asked about the strangeness of gas heaters in many houses in an area that is prone to earthquakes, and in a city that has already burned down a few times, she said: It’s a problem.

Friday, December 24th, 2004

snow popping in the sky

At the Bay Street Mall in Emeryville they were having a seasonal attraction: white foam was blown from the roof in tiny patches, looking entirely like snow in the light of the streetlamps. Until it landed on chairs, tables and customers clothing, when it looked like foam again. I’d like to think that the kids who were taken there now believe that snow is made from soap and falls from the roof of stores. But with all the TV they are watching, they of course are well aware that snow comes from Columbia and is bad for your septum.

Thursday, December 23rd, 2004

Opening night

I should be writing christmas cards, instead I’m writing this: Merry Christmas!

Sunday, July 21st, 2002

Da ist der Himmel!

Die Taube sitzt auf dem Gehweg, den ich langradle. “Da ist der Himmel”, würde ich ihr gerne ärgerlich zurufen, aber als erfahrener Taubenwatcher seh ich sofort, daß mit dem Tier was nicht stimmt. Als ich näherradle hüpft die Taube gemächlich auf die Straße. Aus Symmetriegründen müßte ich jetzt wohl fliegen, aber meine Gangschaltung ist kaputt. Die Taube wandert langsam zwischen den vorbeirasenden Autos durch, es ist eine Stadtautobahn. Ich bleibe stehen und schau ihr über die Schulter dabei zu, fasziniert und mit schlechtem Gewissen, weil ich erwarte, daß sie überfahren wird und weil ich trotzdem weiter schaue. Als alle Autos vorbei sind, läuft das Tier zurück auf den Gehweg, dreht sich zum Zaun, hinter dem das Gras grüner lockt, und setzt zum Abflug an. Oft habe ich Tauben nach dem Scheißen von unserem Balkon fliegen sehen, ich weiß, wie Zumabflugansetzen bei Taubens aussieht. Diese jedoch zuckt nur hilflos mit den Flügeln, spreizt sie ein bißchen, versucht es noch einmal und scheitert. Gangschaltung kaputt. Sie dreht sich weg, läuft den Zaun entlang auf dem Gehweg und ich fahre weiter, in die andere Richtung.

Saturday, July 20th, 2002

How do you like?

Die Straßenbahn hält. Vor uns an der Haltestelle stehen zahllose Menschen auf dem Rückweg vom Jazz-Straßenfestival, vorne einzusteigen ist undenkbar, eh die Schlange weg ist, ist die Bahn voll. Wir steigen also hinten ein, nehmen uns vor, zu bezahlen, wenn die Bahn leerer ist, wir sind ja ehrliche Häute. Eingezwängt stehen wir da, eine kleine Mexikanerin wankt, schubst uns mehrfach. “How do you like Toronto?”
Sehr betrunken ist sie, erstaunlich, denn auf den ganzen 3 Kilometern Jazzfestival gab es sehr wenige Kneipen, und die kleine umzäunte Trinkarena lag dunkel und verlassen im Park. Der Ontarier trinkt nur nachmittags. Die Mexikanerin aber ist blau, Deutsche, lallt sie, sie habe einen Deutschen gekannt, der habe ihr was beigebracht, “Ich liebe Dich”. Klare Aussprache, Respekt.
Einem Impuls folgend läßt sie einen Korkenzieher nach hinten durchgeben, zu ihrem Begleiter, der in der Hand eine braune Papiertüte hält, und zu dem sie geht, als die Bahn sich langsam leert.
Kurz vor unserer Haltestelle stehen beide auf, an uns vorbei, sie stockt kurz, schwankt, und erbricht sich auf den Boden. Als die Tür sich öffnet, geht er eilig hinaus, sie hat sich noch einmal gegen die Wand des Wagens erbrochen, und läuft davon, schwankt über die Straße, ihr Begleiter ist nicht mehr zu sehen, als auch wir aussteigen.