Search

Miniaturen



Tuesday, January 4th, 2005

Highway encounter

Nacht, aussen. Buntes Licht im Schee. Sirene.

Lautsprecherstimme: Get out of the traffic and park your car.

Ein Schnauzbartträger steigt aus der Highway Patrol Wagen. Der virtuelle Schnauzträger am Steuer des gestoppten Wagens lässt die Scheibe runter.

Schnauz: Get out of your car. You know why you got pulled over? For speeding. I need your license.
virtueller Schnauz: steigt aus. Speeding? Händigt den Führerschein aus.
S: scharf That’s what I said. I didn’t stutter. Sit on the passenger side.
V: schluckt, steigt ein
S: Where are you headed?
V: The Bay Area.
S: Do you have any idea what the speed limit is on this road under chain conditions?
V: Err.
S: It’s obvious you don’t, you don’t give a damn. What do you think the speed limit might be?
V: Well, I thought it would be whatever is reasonable to drive under these conditions.
S: You think it might be 65?
V: schaut aus dem Fenster, wo ein Schild mit einer 65 drauf am Strassenrand steht, wittert die Falle. No.
S: Have you ever been an officer?
V: ?
S: schärfer Have you ever been an officer?
V: No.
S: Well, I have been an officer for 23 years. Have you been at the site of an accident?
V: Err. No.
S: I have been. I have seen cars like yours tipped over. How fast were you going just now.
V: Err, probably something like…
S: 52 maybe?
V: Err.
S: Do you think you might have been going 52 miles an hour?
V: I guess so.
S: Would you be surprised if I told you that the speedlimit on this road is 30 miles an hour right now?
V: gulp
S: That’s right. Did you see me driving along at 40 miles?
V: kleinlaut Yes.
S: Did that make you think?
V: unverständlich
S: When I was flashing my lights at you? Did that give you any ideas?
V: stammelnd Err, I didn’t, wasn’t, I thought, err. No.
S: Nickt zufrieden That’s quite obvious. You know why we close this road? It’s because of people like you in big SUVs, who think they are safe. Caltrans wanted us to reopen the pass, because it has been closed for so long.
V: guckt wie ein Schaf I didn’t see any signs.
S: nickt grimmig Yes, they’re all snowed over. pausiert kurz If I gave you a ticket not, it’s for dangerous driving. That’s 300 dollars.
V: guckt wie eine Schafherde
S: Did I make a point?
V: Mäh!
S: Excuse me?
V: Yes. A whole bunch of points, actually.
S: I hope so. We don’t want to see you hurt, or your lady, or other people. Gibt den Führerschein zurück. Obey the speedlimit.
V: Yes. I will. Have a good night. Steigt aus und stapft durch den Schnee zurück zum SUV.

Sunday, December 26th, 2004

I’ve got gas


heat, closer
Originally uploaded by Genista.

When asked about the strangeness of gas heaters in many houses in an area that is prone to earthquakes, and in a city that has already burned down a few times, she said: It’s a problem.

Friday, December 24th, 2004

snow popping in the sky

At the Bay Street Mall in Emeryville they were having a seasonal attraction: white foam was blown from the roof in tiny patches, looking entirely like snow in the light of the streetlamps. Until it landed on chairs, tables and customers clothing, when it looked like foam again. I’d like to think that the kids who were taken there now believe that snow is made from soap and falls from the roof of stores. But with all the TV they are watching, they of course are well aware that snow comes from Columbia and is bad for your septum.

Thursday, December 23rd, 2004

Opening night

I should be writing christmas cards, instead I’m writing this: Merry Christmas!

Sunday, July 21st, 2002

Da ist der Himmel!

Die Taube sitzt auf dem Gehweg, den ich langradle. “Da ist der Himmel”, würde ich ihr gerne ärgerlich zurufen, aber als erfahrener Taubenwatcher seh ich sofort, daß mit dem Tier was nicht stimmt. Als ich näherradle hüpft die Taube gemächlich auf die Straße. Aus Symmetriegründen müßte ich jetzt wohl fliegen, aber meine Gangschaltung ist kaputt. Die Taube wandert langsam zwischen den vorbeirasenden Autos durch, es ist eine Stadtautobahn. Ich bleibe stehen und schau ihr über die Schulter dabei zu, fasziniert und mit schlechtem Gewissen, weil ich erwarte, daß sie überfahren wird und weil ich trotzdem weiter schaue. Als alle Autos vorbei sind, läuft das Tier zurück auf den Gehweg, dreht sich zum Zaun, hinter dem das Gras grüner lockt, und setzt zum Abflug an. Oft habe ich Tauben nach dem Scheißen von unserem Balkon fliegen sehen, ich weiß, wie Zumabflugansetzen bei Taubens aussieht. Diese jedoch zuckt nur hilflos mit den Flügeln, spreizt sie ein bißchen, versucht es noch einmal und scheitert. Gangschaltung kaputt. Sie dreht sich weg, läuft den Zaun entlang auf dem Gehweg und ich fahre weiter, in die andere Richtung.

Saturday, July 20th, 2002

How do you like?

Die Straßenbahn hält. Vor uns an der Haltestelle stehen zahllose Menschen auf dem Rückweg vom Jazz-Straßenfestival, vorne einzusteigen ist undenkbar, eh die Schlange weg ist, ist die Bahn voll. Wir steigen also hinten ein, nehmen uns vor, zu bezahlen, wenn die Bahn leerer ist, wir sind ja ehrliche Häute. Eingezwängt stehen wir da, eine kleine Mexikanerin wankt, schubst uns mehrfach. “How do you like Toronto?”
Sehr betrunken ist sie, erstaunlich, denn auf den ganzen 3 Kilometern Jazzfestival gab es sehr wenige Kneipen, und die kleine umzäunte Trinkarena lag dunkel und verlassen im Park. Der Ontarier trinkt nur nachmittags. Die Mexikanerin aber ist blau, Deutsche, lallt sie, sie habe einen Deutschen gekannt, der habe ihr was beigebracht, “Ich liebe Dich”. Klare Aussprache, Respekt.
Einem Impuls folgend läßt sie einen Korkenzieher nach hinten durchgeben, zu ihrem Begleiter, der in der Hand eine braune Papiertüte hält, und zu dem sie geht, als die Bahn sich langsam leert.
Kurz vor unserer Haltestelle stehen beide auf, an uns vorbei, sie stockt kurz, schwankt, und erbricht sich auf den Boden. Als die Tür sich öffnet, geht er eilig hinaus, sie hat sich noch einmal gegen die Wand des Wagens erbrochen, und läuft davon, schwankt über die Straße, ihr Begleiter ist nicht mehr zu sehen, als auch wir aussteigen.

Sunday, June 30th, 2002

In schwachen Böen

Musik dröhnt in munterer Mischung aus den Boxen, gestählte Männerkörper im zartbitteren Ledernichts schwingen Bizeps und Brust, und in den strahlend blauen Himmel über der Stadt treiben zwei aufgeblasene Kondome, in den schwachen Böen, die die Temperatur erträglich halten. Ein rotbemalter, Halbnackter auf einem der Wagen lacht, winkt, macht lockende Handbewegungen. Meint er mich? Ehe ich entscheiden kann, fährt der Wagen mit einem Ruck wieder an, die Kondome verschwinden 20 Meter höher um eine Hausecke.

Saturday, June 29th, 2002

Basically

Im Vorübergehen nehme ich einen Bund Petersilie aus dem Topf im Gemüseregal und werfe ihn in den Einkaufswagen. Minuten später fragt die Kassiererin, den Bund halb erhoben, den Blick gesenkt: “Koriander?”
“I thought it was Parsley”, antworte ich, aber Großblattpetersilie und Koriander verwechsle ich immer, ich überlege, macht nichts, zu Couscous paßt auch Koriander, besser vielleicht sogar.
“It‘s basically the same”, sagt die Kassiererin und schaut mich immer noch nicht an, zeigt mir die Wurzeln, “it just got roots”. Ich grinse, nicke, sie sieht es nicht. Erst nach dem Bezahlen, beim Verabschieden, treffen sich kurz unsere Augen.

Sunday, May 19th, 2002

Regen, nachts

Zufriedene Menschen gehen zügig aus dem Saal, beinahe hätte es nach der letzten Szene Applaus gegeben. Durch die Stuhlreihen rasen zwei junge Männer, ohne Rücksicht auf die Gehenden. Der Verfolger hat eine Popcorntüte in jeder Hand, jedes Mal, wenn er dem Verfolgten nahe kommt, stößt eine der Tüten nach vorne, wie eine Waffe. Er läßt kurz ab, hebt zurückgelassene Tüten auf und füllt mit den Resten seine Tüten. Direkt neben uns schleudert er das Popcorn, in einem Kreis von 2 Metern Radius regnet es herab.

Sunday, May 19th, 2002

Eine Handvoll Popcorn

Die Lichter erlöschen im Saal, die letzten Nachzügler suchen die letzten freien Plätze. Hinter uns stehen beide Flügel der Eingangstür offen, das Licht aus dem Flur und Lachen dringt herein. Ich drehe mich um. Ein Mann läuft hinter der letzten Stuhlreihe zur Tür, in der ein kleiner Haufen Popcorn liegt, jemand hat seine Tüte dort verloren. Er bückt sich, nimmt eine Hand voll, steht auf und verschwindet wieder im Schatten.