Felinity
There are many ways to skin a cat. The cat likes none of them.
Über den Mietshäusern oberhalb des Supermarktes synchron ein Taubenschwarm im einfarbigen Himmel, gespeist aus Dampfschloten. Nur wenige der Vögel folgen nicht der attraktiven Formation, bleiben von der eigenen Trägheit vereinzelt zurück. Als der Schwarm über einer Dachkante eine Wende fliegt sieht man kurz die Schwingenspitzen eines sehr viel grösseren Tieres, das aufsteigt und hinter der Dachkante verschwindet.
I found this a somewhat strange book. The central neuroscientific idea put forth is a fascinating one. When we separate feeling from emotion by declaring the former to be the inner state and the latter to be the outward expression of that state, we find complex interactions between the two, and a convincing argument can be made, that feeling in essence is a mapping of internal body states, and that the sinking feeling int he gut, the racing heart, the tenseness in the chest, aren’t side effects of feelings, they are in a sense what feelings are. They are their substance.
Even more interesting is Damasios suggestion that we can turn these insights into practical advice, by uncoupling the stimuli that would generate negative feelings from those feelings, so that we can register the stimulus without the turmoil and detriment that is often so detrimental even to solving the situation that caused it.
All this I found highly interesting. The parallel attempt to introduce me to Spinoza’s life and work, however, I must consider a failure. While I find it interesting that Spinoza would have suggested similar notions such a long time ago, I didn’t really see the relevance of any of it and have to admit to skipping over parts of Spinoza’s life story. It felt like two books, only one of which I actually wanted to read. But that one turned out quite good.
In der Sonne zwischen den Gebäuden vor dem Bahnhof von Newark fangen sich die heftigen Windstösse, die nach einigen Tagen Frühsommerwetter den Winter wiederherstellen werden. Eine kleine Windhose entsteht auf dem leeren Vorplatz und zieht Kartonagen, Plastiktüten und vereinzelte Blätter im Wirbel mit, ein grosses Stück Pappe wird gegen das rechte Bein eines Bänkers auf der anderen Seite des Platzes gepresst und verbirgt sein gesamtes Schienbein. Ohne hinzusehen schiebt er es nach einigen Sekunden zur Seite in den Windstrom, unter der Bank durch, davon. Eine besonders heftige Bö erfasst eine Plastiktüte und hebt sie übers Parkhausdach in die aufsteigende Thermik, und aus meinem Blickfeld.
West Side bis zum verbunkerten Rite Aid an der Ecke, dann Sip steil bergauf. Links ein Apartmentgebäude, komplett weihnachtsbeleuchtet, absurd in der sonst tristen Umgebung. Unheimlich auch, die Locklichter eines gefrässigen Tiefseefisches. Hinter Journal Square links Summit bergauf bis zum Reservoir und der weiten Brache davor, über die eisig der Wind pfeift. Entlang des Reservoirs quer zum Bergrücken abwärts, dann eine Schleife, unter der Strasse durch, und schliesslich überraschend nicht nach oben, wie anhand der Karte gedacht, sondern nach unten aus Jersey City nach Hoboken rollen, unsichtbare Schildermasten im Dunkeln auf dem engen Gehweg. Keine Ahnung, warum mich die Abwärtsrichtung überrascht, hinter Hoboken liegt schliesslich der Hudson, nicht die Appalachen. Vermutlich weil Hoboken eben oben ist, und vorne.
Zwischen den Boken Hos und den Fraternity Boys durchschlängeln, Washington Avenue aufwärts, sechs Meilen Gesamtstrecke werden es sein, von Tür zur Ecke, dann Anrufbeantworter, Wahlwiederholung, beim zweiten Anruf geht er ran, kommt der Bänker runter und macht die Tür auf. Er ist wortkarg, ein gegelter, glatter junger Hai, wie alle hier, und isst fritiertes Huhn aus einem Pappbecher, während ich mir den Apparat ansehe. Ich verstehe, warum Sie den Kleinen verkaufen wollen, sage ich und zeige auf das wandgrosse Flachbildmonster. No, sagt er, nach einer verwirrten Pause, und erst jetzt, beim Schreiben wird mir klar, dass er mich für komplett verrückt halten musste, I’ve had that one for a while, I bought a new one for back there, und deutet über seine Schulter, Richtung Schlafzimmer, begreife ich jetzt, wo er den kleinen Bettfernseher durch wohl noch ein Flachbildmonster ersetzte. Die absurde Vorstellung, er könnte dieses winzige, alte Gerät mit 20 Inch Diagonale im Wohnzimmer stehen gehabt haben, verursachte ihm hoffentlich körperliche Schmerzen.
Winzig ist aber immer noch zu gross für unser Wohnzimmer. Es ist zwar ein Flachbildschirm, wie in der Anzeige stand, aber auch ein Röhrenfernseher, der uns vornüber aus dem Regal kippen würde. Ausserdem natürlich mit einem Fahrrad nicht transportierbar. Bei der Bank für die er arbeitet, haben wir Kreditkartenschulden in Höhe von knapp dreien meiner Monatsgehälter, ein paar Sekunden lang verachte ich ihn dafür.
Für dem Rückweg runter nach Jersey City nehme ich die U-Bahn.
Das Rad mit dem platten Reifen an der rechten Hand stehe ich in der eisigen Station unter der Strasse, Nebelwolken durch die Skimütze. Vorne im einfahrenden Zug sitzt hinter getönten Scheiben der Fahrer und blickt kurz von seinem Buch auf, als er den Zug zum Stehen bringt.
A delightful and touching comedy, with a lovely soundtrack, and wonderfully understated moments of dry humor, mixed with the emotionally touching story of trauma overcome and love found in the most unlikely of places, Jersey. I’ll go to southern Newark soon, looking for the infinite abyss and the old leaky boat guarding it, not to move in with the young couple, but to also stand on top of the excavator and shout at the unknown.
If it walks like a duck, and talks like a duck, shoot it.
“Das soll ich gemacht haben? Also, das ist ja völliger Quatsch, niemals hätte ich… so. Aha. Allwissend, sagen sie? Na, also ich hab da meine…, wie? Urheberrecht, aha, na gut, in dem Fall muss ich mich wohl fügen. Schon mal kalt anziehen, ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob ich den Witz… in den Aufzug? Na, wenn sie mich so nett… Wiedersehen.”
Nur die Hand hat er noch zwischen die sich schliessenden Türen klemmen können, reicht aber, zwei Durchsagen macht der Schaffner: step away from the doors, dann gibt er auf und öffnet noch einmal. Ein triumphierendes Lächeln auf dem Gesicht tritt er in den Wagen, this is the train to New York, right?, no, antwortet eine Frau, Newark, die Türen hinter ihm schliessen sich, seine Hand schnellt hoch, schiebt sich zwischen die Gummilippen, diesmal keine Durchsage, erneut öffnen sich die Türen, er geht wieder nach draussen. Hundertachzig Menschen, zwanzig Sekunden. Eine Stunde.