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Geekstuffs



Tuesday, April 26th, 2005

Formtrieb

Während ich meine Kreise ziehe, frage ich mich, warum ich sie ziehe. Nicht dass das Umgraben der rindenstückbestreuten Scheibe unberührte Natur zerstörte. Aber seltsam ist es doch, dass der Schaffensimpuls inmitten der vollständig durchgestalteten Campuslandschaft sich eine Nische sucht, der ein persönlicher Stempel aufgedrückt werden kann. Es liesse sich argumentieren, dass der Frühmensch suchte, was er zu formen verstand, und experimentierte, und spielerisch die Kräfte meisterte, die jetzt uralte Farnwälder in quadratkilometergrosse Plastikteppiche verwandeln, und der Gestaltungswille also in der Fähigkeit zur Technologie aufginge.

Aber selbst wenn das stimmte, legten sich doch um den mechanischen Verhaltenskern Schichten von Komplikationen, persönliche Eitelkeit, Trotz gegen die Anonymität, Ä?sthetik reiner Formen, Kontraste auf etlichen Abstraktionsebenen, um nur ein paar zu nennen, und zuletzt schliesst sich die Zwiebel aus Motiven zur ganzen Frucht:? und gefällt.

Monday, April 25th, 2005

Constructing Reality

It’s a widely held belief these days that the world we perceive results as much from objects affecting our sense organs as it does from our brain imposing preformed categories on the sensory input, according to some probabilistic or statistical scheme. So a bunch of completely independent contrast boundaries becomes an outline, because it’s unlikely boundary fragments would align if they were not part of some common shape. And once our visual system has connected the lines, the shapes resulting from that trigger yet another inference system, that supposes that anything that looks like a face in all likelihood is one. And thus a robot stares at out you from a collection of 36 image tiles that are not robotlike at all.

Monday, March 18th, 2002

Der Franzos

Noch während das Mailprogramm, Delphi und der Explorer um die Wette starten und ich meinen Stuhl auf die richtige Höhe schnauben lasse (pfft-pfft), fällt mir das rote Ampelsymbol ins Auge. Festplatte D, als ich sie am Freitag verließ, waren 7 Gigabyte frei, ist voll bis an den Rand, Norton Utilities beschwert sich, zu Recht. Kurz herrscht Verwirrung, dann dämmert es mir: ich hatte die Firewall niedergerissen, um zu überprüfen, ob das Netz oder mein Rechner instabil war am Freitag, und nicht wieder gestartet. Noch während ich das denke öffne ich den FTP-Ordner und die Serververwaltung. Neun Franzosen sind eingeloggt auf meinem Rechner, alle anonym, alle über call-by-call-Provider, und laden stückweise einen von den 13 französischen Filmen herunter, die andere Franzosen am Samstag auf meiner Festplatte hinterlassen haben. Einen Moment lang betrachte ich ungläubig die Parasitenliste, dann gehen die Schilde hoch, ich schmeiß sie raus, lösche die Filme, nicht ohne drei Tin-Tin-CDs noch zu brennen. Ich kann kein Französisch, aber vielleicht lerne ich es noch.

Monday, April 17th, 2000

Eeierlöffel

Eine immense Schlange, träge, fast bewegungslos, und nahe dem Kopf gespalten, liegt quer durch den Vorlesungssaal. Ihre Glieder, teilweise im Gespräch, teils stumm und staunend über das Ausmaß der Verehrung, tragen meistenteils ein schönes, ein buntes und schweres Buch im Arm, einen kleinen Zettel mit dem eigenen Namen darangeheftet, damit der Autor schneller unterschreiben kann und nicht nach der Schreibung des Namens zu fragen braucht. Zäh nur geht es voran, und vorne skribbelt Michael Palin fleißig, den Vortrag über Hemingway ebenso souverän abgewickelt wie aus noch der peinlichsten Zuschauerfrage den Anlaß zu einer rührenden Geschichte gepreßt. Jetzt allerdings muß er schreiben, bis ihm die Hand wund wird, und langsam aber stetig rückt der Schlangenschwanz, mit mir darin, dem Tisch auf der Bühne näher? “Der Autor verschlingt die Fanschlange vom Kopfe her” (Brecht).
Als ich das Buch, die Biografie eines MAD-Redakteurs, die ich zufällig heute kaufte, auf den Tisch packte, meinen Zettel daneben, blickt die Buchhändlerin verstimmt. Die sich sichtlich im Genusse aalt, den Star eingeladen und nun für ihn verantwortlich zu sein. Palinmama für ein paar Minuten. “I don’t even know where to write in this one, do your best” sagt sie nach ratlosem Blättern spitz, und legt dem Autor die Frechheit vor. Der starrt sichtlich ermüdet auf meinen Namenszettel, versteht und beginnt, das gewünschte ins Buch zu schreiben. Währenddessen ich, dem großen Manne wenigstens etwas zurückzugeben, die Geschichte von Thor Heyerdahl im Pippi Langstrumpf Film erzähle. Palin schreibt angestrengt, blickt nicht auf, und bemüht sich, dem unerwarteten Geplapper zu folgen. Beide sind wir endlich fertig, ich nehme das Buch, er blickt auf: ‘that’s some obscure information’, und ich bin entlassen, nehme mein MAD Buch unter den Arm, auf dessen erster Seite Michael Palin bestätigt, was niemand glauben mochte: “Kai kann mit einem Eeierlöffel Fledermäuse töten. Michael Palin” Jetzt muß ich nur noch einen “Eeierlöffel” finden, dann geht’s den Viechern an den Kragen!

Friday, March 17th, 2000

Laserquest

Flammenspeere zucken durch die Nacht. Oder vielmehr, summend gibt mir meine Weste zu verstehen, daß ich jetzt praktisch und für die nächsten fünf Sekunden so gut wie tot bin. Trotzdem darf ich mich bewegen wie ich mag, und so husche ich um die schützende Ecke, den Laserbrummer im Anschlag. Sobald es aufhört zu summen, darf ich wieder. Mist. Da steht schon einer. Und wieder summt es. Zurück also, wo aber der Gegner von vorhin wartet. Zap. Summ. Wieder um die Ecke, der Ausweg aber ist immer noch blockiert. Zap. Mein jugendlicher Killer winkt mit dem Gewehr. “Go ahead” sagt er gnädig und läßt mich aus der Falle, und fügt der Niederlage die Demütigung bei. Wer sich in den Kampf begibt, kommt eben darin um. Aber wenigstens nicht um seinen Spaß.