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Politics



Tuesday, November 1st, 2005

Networking, Not Working?

strung

I’m growing increasingly weary of people linking to Amazon for books they want to recommend. Shouldn’t there be a website where people can search books online and then order them at their neighbourhood independent bookstore? buchhandel.de does this for german books, but a quick search unearthed nothing similar for the american market. The closest match I could find was BookSense.com, but that’s not a catalog at all, just a store directory. Does this really not exist yet?

don't look, but i'm right behind you

1) Öffentliche Telefongespräche werden von den Widerwärtigen meist zu laut geführt, aus eingebildet technischen Gründen, und sind schon allein deshalb aufdringlich und lästig.

2) Zusätzlich wirken die Widerwärtigen, besonders wenn man das Telefon nicht sieht, aber auch sonst, wie taumelnd Schizophrene, die Stimmen hören, und ohne äusseren Anlass emotionale Stürme durchleben. Nicht schön, und instinktiv beunruhigend.

3) Der Inhalt der Gespräche der Widerwärtigen ist, soweit er mitgehört werden kann, eklatant banal und dreht sich meist ums Treffen, Getroffenwerden oder Befindlichkeiten. Dergleichen ist nicht öffentlich und laut abzuwickeln, wenn denn schon überhaupt.

4) Die Körperhaltung der gehenden, radfahrenden, autofahrenden Widerwärtigen spricht von ihrer Abwendung von der Umgebung. Das ist im besten Fall milde unhöflich mir gegenüber, der ich ja in ihrer physischen Umwelt mich aufhalte, in der Regel aber ein verkappter Angriff. Zweimal wurde ich beinahe von einem Widerwärtigen überfahren, auf den Gehsteigen hat man ihnen auszuweichen. Man möchte sich unmütig erregen, manchmal.

5) Man muss nicht erreichbar sein. Man muss nicht über jeden Scheiss reden. Man muss nicht dauernd reden. Man soll auch mal allein sein. Jedes ans Ohr gepresste Piepsding erinnert mich daran, dass ich diesen Grundprinzipien der Würde des Individuums als Quasiquastenflosser anhänge. Das machen die Widerwärtigen doch extra.

6) Verschlimmert wird all das Genannte dadurch, dass nichts davon ja in einem einsehbaren Sinn nötig wäre. Sie verlören keine Zeit, wenn sie erst zu ihrem Ziel gingen und dann rasch telefonierten, weil sie ja telefonierend ohnehin viel langsamer latschen und sich vermutlich dreimal verfransen unterwegs. Sie verlören keinen Tick Respekt im Freundeskreis, wenn sie nicht aus der Schlange in der Cafeteria meldeten, jetzt grade kurz vor dem Erwerb eines Kaffees zu stehen. Sie tuns trotzdem, und weil das Tun all die geschilderten Nachteile für die Umwelt mit sich bringt, und ein Mensch von Gefühl und Verstand das Vorhersehen kann, tun sie es also aus reiner, schwarzer Bosheit. Die Focker.

7) Die Klingeltöne. Muss ich mir wirklich den Nussknacker auf der Eichhörnchenorgel anhören, jedesmal wenn einem jungen Menschen die kalte Kralle der Einsamkeit das Herz zu Mus ballt, und er also Ansprache sucht? Offenbar – jedoch.

8) Das Klingeln in Veranstaltungen. Ein Lehrer in Florida hatte kürzlich die pfiffige Idee, allen klingelnden Telefonen in seinen Stunden selbst auf den Grund zu gehen. Natürlich kommt er jetzt kaum noch zum Unterrichten und sagt dauernd pfiffig “Ja hallo, wer ist denn da” in ein kleines Gerät. Die Schüler sind zwar widerwärtig, aber ja nicht blöd. Eine leider verbreitete Verwechslung unter Studenten des menschlichen Charakters.

9) Das Klingeln überhaupt. SCHALTET DEN VERFOCKTEN VIBRATIONSALARM EIN, IHR KRANKEN! Wozu hat der Herrgott ihn denn gemacht? Hä?

Soweit ersma.

Thursday, July 28th, 2005

Around the Block

around the block

Oakland has something of a reputation for being a crime center, the murder rate per citizen surpasses that of any other place and the general feel in the streets in many areas is one of uneasyness and tension.

This, however, is part of south Berkeley, close to the Ashby Bart station, 10 blocks from where we live, and 1 block from where we rent our car from. Someone set a fire in the back of the house, in the alley, and when the firefighters arrived, they found in an upstairs apartment, all of two machine guns, a 50-caliber sniper’s rifle, two dozen military assault rifles, assorted shotguns and handguns, a pair of bullet proof vests, as well as 178 marihuana plants.

Good thing they had taken the assault tank out for a ride to have a look at the poppy operation two blocks down.

Tuesday, July 26th, 2005

Within 20 Feet

within 20 feet

Wenn man nach San Francisco fahren will von Berkeley aus, zum Beispiel um sich Coppolas Bügeleisenhaus anzusehen, das aussieht, als wär es aus ergrüntem Kupfer, aber dann doch nur mit glasierten Kacheln vollgepappt ist, kann man zum Beispiel den F Bus nehmen. Der F Bus fährt erst durch das Armenviertel von Oakland, an Gedenktafeln für erschossene Negerkinder vorbei, passiert dann Ikea (Köttbullar!) und fährt schließlich über die obere Etage der Bay Brücke, man sieht dann aus dem Bus Downtown San Francisco sich fotogen ins Bild drehen, vielleicht die schönste Busfahrt der Welt, wahrscheinlich aber nicht.
Während man auf diesen F Bus wartet, an der Ecke Shattuck und Dwight, vor dem Radio Shack, schaut man in der Regel auf den Boden, denn die Anzeige am Bushäuschen ist langweilig und wechselt selten, und die örtliche Architektur gibt dem Auge keine Rast. Und dass da hinten braune Hügel sind, lockt auch keinen Waschbären unterm Auto vor. Und wenn man nun an diesem Bushäuschen auf den Boden sieht, dann steht da offiziell auf den Asphalt gesprüht: No smoking within 20 feet.

Ich find das ja gut.

Thursday, May 19th, 2005

Nase in Wolken

tumbling

Den Konferenzgedächtnisschirm aus dem Jahre 2002, kaum getragen, in der linken, das Buch in der rechten, nähere ich mich der Kreuzung. Von allen Dächern tropft und rinnt es, und eine Hand habe ich ohnehin nicht frei, und drücke den Ampelknopf also mit dem Fuss. Ein leichtes, schliesslich habe ich ja den violetten Gürtel. Es dauert zwanzig Sekunden, in denen die Hauptfigur vom Mitansehen einer Auspeitschung ohnmächtig wird, dann schaltet das Gerät. Die Kreuzung ist Teil des Bicycle Boulevards, ausserhalb der Rush Hour geht es hier immer so schnell. Aus der Gegenrichtung fährt ein Auto an, aber links abbiegen ist hier verboten und ich gehe los. Ich suche die Zeile, in der aus der Ohnmacht wieder erwacht würde, aber ehe ich sie finde lenkt mich das abbiegende Auto ab, das aus schneller Fahrt einen Meter von mir entfernt zum Stehen kommt. Ich schaue vom Buch auf, mein Blick trifft sich kurz mit dem der Fahrerin. Sie hat mehrere Verkehrsregeln missachtet und mich beinahe angefahren. Es scheint ihr gleichgültig. Als ich an der anderen Strassenseite ankomme, ist sie weitergefahren und der Protagonist erwacht.

Thursday, April 28th, 2005

infected minds

portrait

Richard Dawkins argues that religion is like biological and digital viruses, spreading from mind to mind, epidemically. Unlike science, which Dawkins likens to nonviral software, religion spreads not because people willfully accept its ideas, but because these ideas carry a “Copy Me!” command.

While I like his description of the spread of ideas as an epidemic, and the notion that complexes of ideas, just like complexes of genes, will tend to spread together if they favour each other, I think the fundamental thrust of his argument, which tries to taint religion by likening it to disease, is flawed.

As he readily admits, the phenomenology of the spread of scientific ideas is indistinguishable from that of any other belief system. The difference, Dawkin’s argues, is that science adheres to empirical testing, while religion does not. But that alone establishes a perfect symmetry, where the zealot could triumphantly cry “exactly! and that’s why religion is superior. Quia absurdum!”

The problem with religion is not that it’s an attractive set of mutually enforcing beliefs that spreads through populations of minds – that’s true for science, as well. It’s that these beliefs claim jurisdiction over empirical matters, when at their very core is a disdain for empirical process.

In short, not the viral form of religion, but its content, is what should bring us in opposition. Its virulence just makes it a more formidable and frustrating enemy.