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Miniaturen



Tuesday, March 7th, 2006

hardware meditation

control

I post this so others don’t have to go through hours of painful hardware research, not because I think it is a particularly interesting story. If you just bought a new, large harddrive which is running inexplicably slow in windows, this story is for you. If you didn’t, it’s not.

The players in this particular story are a 250GB Seagate drive, a K7AMA ECS motherboard with an ALi chipset on it. The problem is, the harddrive runs extremely slow. And I mean extremely, about 15 times slower than the old, small one it was meant to replace.

Whenever you try to solve a simple hardware problem, like a harddrive running slowly, you invariably learn more about hardware than you wanted to know. You even learn more than your brain is capable of learning. It’s a mystery.

In this case, what I learned is that there are numerous operating modes for harddrives under windows. THere are several DMA and Ultra DMA modes, conveniently numbered for easy reference, and something dreadful called PIO. You don’t want PIO. But whenever something goes wrong with your harddrive, windows reduces the number of your DMA mode by one, and if enough things have gone wrong, and there are no more DMAs left to take away, to PIO you go. This is pretty much the only thing that comes up on first google searches of the problem, but unfortunately this has nothing to do with the problem. There should be a name for the particular feeling you get when you tracked down a solution for a nasty problem and realize it doesn’t work; that quick, thorough switch from elation to dread. I’ll call it Metus Repens, because latin sounds cool.
Just for the record: if your drive is ever stuck in PIO because of past errors, uninstalling the IDE channel it’s on will probably fix it. Or it might not. Good luck.

But fortunately we’re dealing with something else here. Upon booting, the BIOS properly reported the drive as UDMA 5 capable, and S.M.A.R.T., both of which Windows proved W.R.O.N.G.. But there was a small hint indicating that this was not a problem specific to windows. When autodetecting the drive in the BIOS setup, it was identified as a 137GB drive, which is a magical limit for some reason or another. If the BIOS didn’t properly recognize the drive, maybe there is some hardware issue windows is struggling with.

So now I did a Google search on K7AMA, PIO and hard drive, and indeed found about a dozen other people stuck with the same problem. There should be a name for that feeling, as well: the realization that your problem is common and does not have a solution. Its about the same feeling people must get when they are told they have an incurable disease. Horror Fatui. I’m not sure that’s even proper Latin, but it sounds good, so it’ll do.

What it came down to is that the cheapass chipset that ECS chose to put on the K7AMA motherboard does not, when run with its original drivers, like large disks. While both IDE channels should be fully capable of UDMA 5, they actually are not. And since the chipset is cheapass, there are no updated drivers to be found, anywhere. Not on ECS’s website, which has everything but the IDE drivers, not on ALi’s, which inexplicably doesn’t offer any downloads at all, but still has a few references to a drivers section strewn through the pages, all dead links, of course. Bastards.

At that stage I discovered this page, just because I had been searching for hours. Tracking it down again for linking to it just cost me fifteen minutes, in spite the fact that I knew it existed and remembered many keywords and that it was on a .edu server. This site had the ALi integrated IDE driver in a version compatible with my ALi chipset. I don’t know where the author got it from, and I don’t know why it changed both my IDE channels to SCSI, but I don’t care much either, since installing it fixed the speed problems.

I’m glad I got that off my chest. Aren’t you, too?

PS Sorry to add this, but after a few days of operationality, the PC died the true death. I suspect something in the mainboards IDE bridge circutiry was fried, but I can’t be sure. I’ve replaced the mainboard, reinstalled Windows, and everything’s fine now. So was it all for naught? Yes.

Monday, March 6th, 2006

Hasenohren

8

Der dicke Mann mit dem Ziegenbart nickt missmutig, als ich ihn frage, ob ich das Austellungsstück kaufen kann. Jetzt muss er auf eine Leiter steigen und mir den Hasenohrenkarton herunterholen, und das mag der dicke Mann nicht so gerne. Er holt ihn natürlich trotzdem und bringt ihn schnaufend an die Kasse, wo ich die Hasenohren selbst verpacken muss, denn der dicke Mann unterhält sich mit dem drahtigen Teenager über seinen Computer zuhause und Installationsprobleme. “Do you need a bag”, fragt der dicke Mann, während ich die Pappteile in die Verpackung puzzle. Weil ich mit dem Fahrrad und ohne Rucksack da bin, will ich tatsächlich eine Tüte. Erst nimmt der dicke Mann ein Telefonat an. “Thank you for calling Radio Shack” sagt er, es klingt aber ganz anders. Das Gespräch hindurch sagt er mehrfach ungeduldig “yes” und verdreht die Augen, ich stehe unterdessen mit dem Pappkarton. Der dicke Mann umschreibt ein Rechteck mit den Händen und pantomimt einen Henkel oben dran, ich nicke, er nickt. “Yes, we do”, sagt der dicke Mann genervt, dann sagt er “bye” und legt auf. “I hope he doesn’t come in here today” sagt er zum Kollegen, “he is trouble”. Er gibt mir eine schwarze Radioshack-Plastiktüte, im Hinausgehen versenke ich die Hasenohren darin und höre den dicken Mann “He is one of the guys who” sagen, dann fällt mit einem Klingeln die Tür hinter mir zu. Ich stehe wieder im Regen, eine halbe Stunde von den Oscars entfernt, frage mich, ob ich den dicken Mann doof finden oder bemitleiden soll, und entscheide mich für Vergessen.

Friday, March 3rd, 2006

Zusammenstoss

an echo of things to come

Als ich um die Ecke biege, sitzt er da, vielleicht zwei Meter entfernt, und inspiziert einen halbzerkrümelten Keks. Das bindet seine Aufmerksamkeit so sehr, dass ich die Entfernung halbiert habe, ehe er mich bemerkt. “Tenki-wa atsui desu”, murmle ich im abwesenden Zwiegespräch mit dem Ipod, dann “Iie, tenki-wa samui desu”. Sprachlehrganghohlheiten sind keine Kekse, aber auch ich bin abgelenkt, und erwache erst zum vollen Bewusstsein, als ein erklecklicher Rumms meinen rechten Fuss erschüttert. Augen begegnen sich für eine Sekunde, dann schüttelt er sich und verschwindet in der Hecke. “Kanada-no Tenki-wa warui desu” rufe ich erstaunt aus, und “You fool”. Kurz erwäge ich, den Keks zu stehlen, lasse es aber dann doch sein.

Monday, February 27th, 2006

Marslachattacke

Zwei Knoten Wolle, oder wie heißt das, Ball, Bündel, Knäuel. Genau, Knäuel. Zwei wollknäuelgrosse Wollknäuel, was für ein bescheuertes Wort, Knäuel, als würde man auf blind gewordenem Klarplastik rumkauen, zwei Wollknäuel also, eins rot, eins schwarz, trage ich an die riesige Kassentheke. Riesig ist die Theke, weil auf ihr Stoffe aus aller Herren Materialien in Fetzen geschnitten werden können müssen, und nicht, weil meine Wollknäuel findlingsgroß wären. Sie sind eher klein. Trotzdem kommen sie mir vor wie kosmische Leuchtfeuer, genau wie die Stricknadeln in der anderen Hand, ein intensives Signal geht von mir aus, und auf dem Mars hebt ein Ding mit Tentakeln den hässlichen Kopf, zeigt lachend in den Himmel und sagt: “Haha, Kai kauft Strickzeug!”. Verloren liegen nun die Knäuel und die Nadeln auf der Riesentheke. Die Handarbeitsverkaufsfrau trägt die Andeutung eines Spottgesichts, glaube ich, es ist schwer zu erkennen, sie ist so weit weg hinter der Riesentheke. “Is there a plan?” fragt sie nach einigen Sekunden Spottgesicht. Irgendwo lacht ein Marsianer.

Saturday, January 28th, 2006

Jigsaw Pieces

two helmets

5
Die Ampel schaltet, als ich beinahe die Kreuzung erreicht habe, und ich bringe das Rad erst in der Mitte des Fussgängerstreifens zum Stehen. Niemand überquert die Strasse hier, ich bleibe also stehen und warte auf die nächste Schaltung. Während des Wartens erinnere ich mich, dass man auch in Kalifornien auch bei Rot rechts abbiegen darf, und ungleich Autos, die die rechte Spur zum gradeausfahren nutzen, kann ich auf meinem Rad dem Nachfolger Platz machen. Der Wagen hinter mir blinkt zwar nicht, aber das tun sie hier ohnehin selten. Ohne abzusteigen ziehe ich also das Rad nach rechts an den Strassenrand, und wirklich rollt sofort das Auto hinter mir voran, ist neben mir, und der Fahrer blafft durchs offene Fenster “I’ll roll your piece of shit over if you don’t get out of the way”, nimmt die Kurve und ist weg.

6
Der Weg von der Universität hügelab ist steil und nagt an den Bremsklötzen. Am rechten Strassenrand stehen die Linienbusse abfahrtbereit und warten auf Studentenfracht. Ich rolle in der Mitte der rechten Spur, einen Meter von der Busaussenseite entfernt, am Bus vorbei, und dann noch ein Stück weiter hügelab, ehe ich an den rechten Strassenrand ausweiche. Ein Mittelklassewagen schiebt sich an mir vorbei, durchs offene Seitenfenster bricht die überschlagende Stimme einer jungen Frau, Beifahrerin, “we’ll run you over”, vermutlich ist der Satz Teil der Führerscheinprüfung hier.

7
Shattuck teilt sich nördlich des Stadtzentrums von Berkeley, zwei Blocks lang, in zwei separate Einbahnstrassen. Mein Ziel ist das chinesische Restaurant auf der Westseite der Nordspur, ich halte mich also rechts auf der Fahrt nach Norden, grade schnell genug für die Ampelschaltungen, die Autos auf der rechten Spur fahren ein wenig schneller, und stehen je ein paar Sekunden an der noch roten Ampel des nächsten Blocks. Ich drehe mich um, und ein Kleinwagen folgt mir im Abstand von einem Meter. Bremse ich jetzt, falle ich vom Rad, blockiert der Umwerfer die Speichen des Hinterrades, das Auto muss mich überrollen, unmöglich für den Fahrer, schnell genug zu reagieren. Mein Leben für eine halbe Sekunde Zeitersparnis. Immerhin kein aggressiver Ausruf, diesmal.

Saturday, December 31st, 2005

Paying through the Nose

the nose

On an episode of Whad’ya Know taped in Wyoming I just heard about a man who can place a penny on his tongue, move it up his nose in the back of his throat and retrieve it through the nostrils. Amazing, isn’t it? He visited Letterman’s show to demonstrate the penny come out of his nose.

That could have been me! I’ve always been able to put my tongue behind my soft palate and probe my tonsils, but it never occured to me to launch a transportation industry back there. Maybe it’s not too late.

Monday, December 12th, 2005

Beklommene Stille

Vielleicht würde es, wenn man mehr davon wüsste, beklommen still werden um dieses Hauptwort “Geist” (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften)

Vielleicht aber auch nicht. Ohnehin fragwürdig, ob ausgerechnet der Autor dieses geschwätzigen Ziegelsteins sich über beklommene Stille verbreiten sollte.

Thursday, December 8th, 2005

Warmgefönt

don't do that

Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass man einen britischen Tierversuchs-Lobbyisten für eine Fernsehsendung den Alltag eines Versuchsnagetiers nacherleben liess. Unter anderem musste er dabei teuflisch warme Fussböden und brutal trockengefönte Haare erdulden. Wir Nagerfreunde begrüssen dergleichen Kaspereien natürlich, nicht nur als soliden Beitrag zu einer komplexen Diskussion, sondern auch als ersten Schritt in eine bessere Welt; denn erst wenn alle Menschen leben wie die Ratten ist unser Auftrag erfüllt. Oder Karnickel. Oder eben Vizcachas, wir sind da flexibel.

Vielleicht darf man sogar hoffen, bei der Ausstrahlung der Sendung am 14. Dezember auch eins der berüchtigtsten Rattenexperimente am Lobbyisten nachgestellt zu sehen; das nämlich, bei dem ermittelt wurde, um wieviel länger Ratten sich durch Strampeln vorm Ertrinken retten, wenn man ihnen zuvor den Eindruck verschafft hat, man würde sie schon beizeiten da rausholen. Zugegeben, das Originalexperiment ist recht alt, wurde schon in den 50er Jahren durchgeführt und würde heutzutage von keiner Ethikkomission mehr genehmigt. Aber ein kleines bisschen Unsachlichkeit ist ein geringer Preis für eine unterhaltsame Sendung, und zudem sind Lobbyisten ja in der Regel auch nicht mehr die Jüngsten.

(Dieser Beitrag erscheint parallel bei der Riesenmaschine).

Monday, December 5th, 2005

Jigsaw Pieces

passport design

5

When three of our local drugstores, two Walgreens and a Longs, failed for different reasons to produce acceptable passport photos, we decided to take matters in our own hands, and save a few bucks in the process. I took a picture of Caroline against our kitchen wall, cropped and scaled them in photoshop to 2×2 format, arranged two on a 4×6 sheet and went to Longs to print the thing for 20 cents instead of $7. Yay!

Only when we came back an hour later to pick up the order, it clocked in at $7.71. For a total of four prints. After I contested the sum, the clerk called in the photo assistant, who said, “I’ll show you”, opened the folder and triumphantly pulled out the passport photo print. “These are seven dollars” she said.

Incredulously, I asked whether Longs charges for prints depending on what’s on them, which just made her repeat that those were passport prints. It took five surreal minutes of discussion with the manager to convince him to give us that print for 20 cents, and even then he left us without a word of apology or goodbye, to his sourly suspicious clerk to ring up our corrected bill.

wer jetzt keinen truthahn hat, brät sich keinen mehr

Berkeley on Thanksgiving Day is its most deserted – this holiday includes everybody in it’s national myth. No parked cars, hardly anybody on the streets but beggars trying to ear a buck by wishing the occasional passerby a happy holiday. All shops and restaurants are closed and dark. Only at Blockbuster is there life, scores of people wandering the isles in search for something to fill the evening with.

The title is a modified Rilke quote. The full poem:

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.