Search

Animals



Sunday, November 6th, 2005

Steaming Monkeys

Yesterday a neurophysiologist gave a talk here at Berkeley, on their usual subject of the correlation of electrical activity of a neuron in Macaque cortex with some thing or another. While the audience walked in, the speaker had a short movie of a wild Macaque sitting contently in a hot spring with snows all around, probably shot at Jigokudani. The movie’s tranquility and meditative mood seemed strangely at odds with the boring work experimental animals usually have to endure. Maybe the strangely beautiful closing sequence of Aguirre, where Kinski’s mad explorer chases monkeys around a doomed raft would be a better metaphor.

Tuesday, November 1st, 2005

On a Monkey’s Back

teeth

One of Frans de Waal’s objectives in publishing his Chimpanzee Politics in 1982 was to destroy the notion that only us humans are capable of complex social behaviour and congition, and that we are not so special after all. It was, I believe, mainly advocating a recasting of social human psychology in terms of primate behaviour.

Read today, though, it has an opposite effect on me, and throws the personality of the apes into sharp focus. I don’t read so much that we are apes, but that these animals are people, and the fact that they are kept in enclosures, that their habitats are being destroyed, and that we humans have taken full control over their fate without accepting the responsibility for it, gives this book a very melancholy undercurrent. And the fact that chimps are scheming, power hungry bastards, doesn’t change that one bit.

Saturday, July 2nd, 2005

lynch’s jay

he has no arms!

Sometimes just looking at birds makes me realize how patently absurd they look with their amputated torsos. I wonder if they think mammals queer with the superfluous appendages, so useless for flight.

Thursday, April 28th, 2005

new bird

pigeon, clueless

When we moved into our Toronto apartment in early december, we found a pigeon had already moved in before. There were two chicks in the “nest”, so we decided to let them be. The quotes are there to signify to disparity between the mental image of a bird’s nest and the crude heap of birdshit, twigs and dirt that they scrambled together.

We observed the chicks growing up through a window, and it seemed that one of them was a bit stronger than the other. It started pushing the other away when food was served. The size difference grew, and one day we found the smaller one dead and pushed out of the “nest”. Which, combined with Tak’s story, makes me think that this is a fairly common occurence in urban pigeons.

We removed the dead bird (alas, no burial. Down the chute it went), and let the other one grow up before I went in in protective gear (That smell is something else) and removed the mess.

And if you’ve ever wondered why there is no pigeon babies anywhere: the young was almost fully grown before it dared the jump off our balcony for the first time. But even though it looked like a real pigeon at that point, it remained fairly clueless, as the above picture shows.

Sunday, July 21st, 2002

Da ist der Himmel!

Die Taube sitzt auf dem Gehweg, den ich langradle. “Da ist der Himmel”, würde ich ihr gerne ärgerlich zurufen, aber als erfahrener Taubenwatcher seh ich sofort, daß mit dem Tier was nicht stimmt. Als ich näherradle hüpft die Taube gemächlich auf die Straße. Aus Symmetriegründen müßte ich jetzt wohl fliegen, aber meine Gangschaltung ist kaputt. Die Taube wandert langsam zwischen den vorbeirasenden Autos durch, es ist eine Stadtautobahn. Ich bleibe stehen und schau ihr über die Schulter dabei zu, fasziniert und mit schlechtem Gewissen, weil ich erwarte, daß sie überfahren wird und weil ich trotzdem weiter schaue. Als alle Autos vorbei sind, läuft das Tier zurück auf den Gehweg, dreht sich zum Zaun, hinter dem das Gras grüner lockt, und setzt zum Abflug an. Oft habe ich Tauben nach dem Scheißen von unserem Balkon fliegen sehen, ich weiß, wie Zumabflugansetzen bei Taubens aussieht. Diese jedoch zuckt nur hilflos mit den Flügeln, spreizt sie ein bißchen, versucht es noch einmal und scheitert. Gangschaltung kaputt. Sie dreht sich weg, läuft den Zaun entlang auf dem Gehweg und ich fahre weiter, in die andere Richtung.

Monday, March 4th, 2002

Vom Baum

Das Eichhorn hüpft vom Baum als es mich über die Schneefläche kommen sieht. Aus den Augenwinkel bemerke ich, daß es mir folgt, ich werde langsamer und drehe mich um, es schaut mich an, einen halben Meter ist es noch weg, dann sieht es ein, daß ich kein Futter bringe, vielleicht hat es das an meiner Haarfarbe erkannt, und läuft in eine zufällige Richtung davon. Vor mir steht eine Gruppe von Sportstudenten mit ihrem Trainer, zumindest denke ich das der Geräusche wegen, die der Trainer macht, bis mir klar wird, daß Winter herrscht, bis ich die vier riesigen Lafetten sehe, die in meine Richtung zeigen, dunkelgrün sind sie, bis ich sehe, daß der Trainer ein Barett trägt, bis ich sehe, daß das grüne Armeetransporter stehen, bis ich die Straßensperren sehe und die dunkelblauen Polizisten mit den blauen Hüten. Kurz bleibe ich stehen, denke an Hollywood und Bruce Willis, während ich die vier Kanonen betrachte. Dann gehe ich zur Arbeit. Ich höre keine Schüsse, obwohl ich den ganzen Tag darauf warte.

Friday, February 15th, 2002

Abschütteln

Mein Atem kondensiert in bekannter Wolkenfahnenform und treibt im schwachen Wind davon. Der Schnee knirschte unter den Schritten, als ich zu diesen Büschen lief, aber nur unter meinen. Die Hörnchen, die sich im Balzlauf zwischen den Grabsteinen jagen, machen kein Geräusch. Blasen bilden sich am Boden, und es dampft, aber ich sehe das nicht, ich erinnere mich an den Kaktusgarten in der kalifornischen Wüste, wo die Teddybärchollas bis zum Horizont zu reichen schienen, wie hier die Obelisken und Stelen.

Dann sehe ich erstmals bewußt zu Boden, und zwischen den Nadeln liegen tausende von Erdnußschalen. Für einen kurzen Moment spüre ich die Einsamkeit des Alters, dann bin ich fertig und schüttle ab.

Monday, November 20th, 2000

Zugvögeln

Die Meinungsverschiedenheiten mit den Untoten sind glücklich beigelegt, die entweihten Kirchen gesäubert und die Monster in die Dunkelheit zurück gejagt – genau der richtige Moment, um durch dieselbe nach Hause zu gehen. Im rot glimmenden Dom über der Stadt blinzeln die Sterne, der Halbmond liegt – Winter naht, und grimmig kalt – auf der Seite und fern auf der leeren Straße rumpelt, unhörbar fast, eine Straßenbahn. Ein erstaunliches Detail der verderbten Welt Diablos ist, daß trotz aller Belanglosigkeit des Erlebten, trotz der Einfachheit der Handlung, eine gewisse trancegleiche Vogelgezwitscher. Es dauert einen Moment, in der kalten Nacht, bis sich aus der Atemwolke vor meinem Gesicht die Gewißheit kristallisiert: ich höre, leise, vielstimmig, Vogelgezwitscher. Wer zwei Ohren hat, der höre woher. Langsam und vorsichtig nähere ich mich der dunklen Baumreihe. Einige, selbst im Halbdunkel der beleuchteten Straße gelbstrahlende Blätter hängen noch an den Zweigen. Und dazwischen, darüber, darunter, schlafen Dutzende von Staren, einige zwitschern leise im Traum. Einer hat mich bemerkt, ich stehe starr, Unruhe breitet sich aus, während leise Warnlaute gezwitscht werden. Langsam ziehe ich mich zurück, und die Vogelschar beruhigt sich wieder (woher weiß ich Mensch, wann ein Star zufrieden im Schlaf zwitscht und wann empöt gestört? Ich weiß es einfach). Spüren die Stare daß es Zeit wäre, gewandert zu sein? Vermissen sie ihr europäisches Zugvögeln? Erinnern sich ihre Gene? Fragen zur falschen Zeit, denn nachts schlafen die Stare doch.

Wednesday, April 26th, 2000

Pfotenwirbel

Das Eichhorn gräbt, und emsig. Beidpfotig schiebt es mit Eichhorngewalt den Grashalmdschungel beiseite, es zuckt wachsam der Schwanz. Jetzt greift es mit den Zähnen tief ins Erdreich, ruckelt, zerrt. Und läßt ein letztes Mal die Pfoten wirbeln. Zähne schnappen, ein Ruck und die Erdnuß ist aus dem Winterversteck ans Frühlingslicht gezogen. Nie werde ich erfahren, wie dem über den Winter gekommenen Eichhorn seine Nuß schmeckte. Vermutlich aber sehr gut.

Sunday, April 23rd, 2000

Hummercode

Scharf ist sie, und heiß wird mir davon. Heiß ist sie andrerseits auch. Wird mir aber scharf davon? Soviel zur sogenannten Symmetrie der Natur. Lüstern schließe ich die Lippen um die Rundung des Löffels. Schlürfe. So will der Chinese das nämlich. Glaube ich. Grade steht der Chinese mit einer gewaltigen Schachtel (alive! vivante! lebendig! steht darauf) zwischen meinem Tisch und dem Aquarium, stellt sie ab und läßt sich in eine Konversation auf chinesisch verwickeln. Mit der Kellnerin. Gemütlich löffle ich weiter an meiner Suppe, neugierig dabei die Kiste taxierend, die jetzt geöffnet wird, und wie erwartet eine sich träge tummelnde Plethora vom Lobstern enthält. Herrgott, einen Haufen halbtote Hummer halt. Stück um Stück werden die gefährlichen Räuber jetzt ins Wasser getan, immer hübsch einer auf den anderen, bis das Aquarium randvoll ist. Geschehen kann der Hummerstaplerin dabei nichts, denn die Kampfschere der Speisetiere ist mit farbigen Bändern umschlungen und entschärft. Ob die Bandfarbe die Kampfgefährlichkeit kodiert? Den Geschmack? Stammbaum? Fühlerlänge? Ein solider Hummerblock sieht aus tausend Augen zu, wie ich meinen Glückskeks erbreche, ein Fühler zuckt mitfühlend, als ich die Doppelnachricht lese: You are a person of culture. Now is the time to try something new. Was, zum Kuckuck, soll das denn nun wieder bedeuten? Gedankenlos wanke ich hinaus, wo schon wieder der Frühling gekommen scheint. Diesmal aber glaube ich ihm kein Wort.