{"id":480,"date":"2007-01-03T01:51:27","date_gmt":"2007-01-02T23:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=480"},"modified":"2007-01-03T01:51:27","modified_gmt":"2007-01-02T23:51:27","slug":"der-zucchini-zwischenfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=480","title":{"rendered":"Der Zucchini-Zwischenfall"},"content":{"rendered":"<p>Was aber frisst wohl so eine Fischkatze? Braunalge frisst die Fischkatze, soweit ist die Antwort einfach und durch die Fakten bereits gegeben. Wenn ich Fischkatze sage, meine ich \u00fcbrigens nat\u00fcrlich Otto. Was aber frisst sie sonst?<br \/>\nDas Studium der Anatomie der Fischkatzen gibt hier wenig Aufschluss und bringt eher neue Sorge in eine ohnehin schon geplagte Situation. Der Bauch des Tieres ist eine kleine weissliche Kugel, prall gespannt von den Braunalgenexzessen, aber, so sagt der Schizo, das muss so sein. Otto frisst permanent derartig erkleckliche Mengen organischer Materie in sich hinein, dass der Bauch stets stramm gespannt im Licht blinken muss, andernfalls droht Fischkatzenskorbut und der Hungertod.<br \/>\nDie Mundwerkzeuge, denen man beim Tiger zum Beispiel den m\u00f6rderischen Impuls ja gleich ansieht, und sich also nicht wundert, wenn die Landkatze die Kiefer um den eigenen Unterlieb schliesst und sich ein St\u00fcck abbeisst, in grossen, blutgetr\u00e4nkten Happen, sind beim Otto auch eher r\u00e4tselhaft. Von langen Reissz\u00e4hnen oder nadelscharfen, spitzen Dolchen ist da keine Spur zu entdecken. Stattdessen w\u00f6lbt sich unter dem gesamten Kopf eine lappende Konstruktion aus Riesenlippen ausw\u00e4rts, ein weisslichweicher Sauglippenstutzen, den die Fischkatze unterschiedslos allem \u00fcberst\u00fclpt, dem sie bei ihren Rundg\u00e4ngen im Becken begegnet. Ob sie davon auch einen Nutzen hat, ist nicht zu erkennen, die Kiesel jedenfalls sehen vor und nach der Lippenmassage ganz genau gleich aus.<br \/>\nMit weichem Organ n\u00e4hrt sich somit die Wasserkatze, und verlangt also wohl nach weicher Nahrung. Kn\u00e4ckebrot zum Beispiel schiede also aus, wenn es sich hier um Landkatzen handelte. Der Aufenthalt der Fischkatze im Wasser aber verkompliziert die Dinge. Kn\u00e4ckebrot w\u00fcrde im Becken einerseits weich, zerfiele aber auch in elementare Kn\u00e4ckepartikel, und taugt also endg\u00fcltig nicht zur F\u00fctterung. Ein Versuch best\u00e4tigt diese theoretische Ableitung dann auch aufs Sch\u00f6nste, oder vielmehr Schleimigste und Widerlichste. Es ist jedenfalls wahr.<br \/>\nStattdessen sollte es vielleicht Gem\u00fcse sein, das die Hungrigen n\u00e4hrt, denn normalerweise leben sie ja immerhin von Algen, dem Gem\u00fcse der Tiefsee, oder jedenfalls gr\u00fcnem Zeug, manchmal jedenfalls. Ein St\u00fcck Zucchini vielleicht, durch Zerkochen schleimig gemacht, und dann am Beckengrund montiert, erschiene den Katzen hinreichend algenhaft. Gesagt, getan, und schon sinkt der Batzen grundw\u00e4rts \u2013 belagert, betrommelt schon fast von den Barben, denen offenbar alles Futter recht ist. Stundenlang umtanzen die Teufelskarpfen das Gurkenkalb, schieben es hierhin und dahin, und lassen jedenfalls die Ottos nicht ran. Malefitzdreck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was aber frisst wohl so eine Fischkatze? Braunalge frisst die Fischkatze, soweit ist die Antwort einfach und durch die Fakten bereits gegeben. Wenn ich Fischkatze sage, meine ich \u00fcbrigens nat\u00fcrlich Otto. Was aber frisst sie sonst? 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