{"id":479,"date":"2006-12-30T04:52:09","date_gmt":"2006-12-30T02:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=479"},"modified":"2006-12-30T04:52:09","modified_gmt":"2006-12-30T02:52:09","slug":"aufraumarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=479","title":{"rendered":"Aufr\u00e4umarbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Zeit f\u00fcr ein paar statistische Daten, die verfahrene Situation in den Griff zu bekommen. Wo zuvor sieben Fische schwammen, schwimmen nun also zehn. Das ist ein Anstieg um be\u00e4ngstigende 42.8%, der eine korrespondierende Reduktion des dem einzelnen Fisch im Durchschnitt zur Verf\u00fcgung stehenden Schwimmraumes nach sich zieht. Und auch wenn die neuen Fische sich scheu ans Gestein und Ger\u00f6ll schmiegen, und die alten nach kurzem Beschn\u00fcffeln von Feindseligkeiten und im Grunde von jeder Beachtung der Ottos absehen, ist hier Vorsicht geboten. Wenn man Tiere zu eng aufeinanderstapelt, entwickelt sich Homosexualit\u00e4t und abnormes Verhalten, und das ist bestimmt verboten, unter Wasser zumal.<br \/>\nAbgesehen aber von dieser Sorge entspringt dem durch Ottos aufgewerteten Becken nichts als ein steter Strom eitler Freude. Zwei Tage brauchen die drei winzigen Saugkatzenfische oder Katzensaugfische, dann ist die Braunalge bis auf den letzten Rest ausgetilgt und weggeputzt. Das Schloss strahlt blank, der Heizstab funkelt verf\u00fchrerisch aus dem Hintergrund. Die Pflanzen, befreit vom schmierigen Braunfilm, atmen auf und mehr gesunden Sauerstoff aus, der wiederum die Ottos befl\u00fcgelt, eine positive R\u00fcckkopplung, die wie ein Wirbelwind durch die Fluten saust, oder wie ein Strudel vielmehr, der alles wegzehrt, was nicht hingeh\u00f6rt. Es ist ein kleines Wunder.<br \/>\nErst als dieses kleine Wunder schon l\u00e4ngst vollbracht und die Alge verschwunden ist, f\u00e4llt mir dann das offensichtliche Problem auf, das sich aus der unerh\u00f6rten Effektivit\u00e4t der kleinen Fischsaugkatzen ergibt. Was bittesehr n\u00e4mlich sollen die Fischkatzens\u00e4uger, nein, quatsch, so rum geht es nun gar nicht, was bittesehr also sollen die Ottos denn nun essen, wo sie die gesamte Produktion der letzten Wochen in einem nach wenigen Stunden messenden orgiastischen Algenorgasmus verschlungen haben? Sollen die hoffnungsvoll neu angeschafften Tiere denn binnen grimmer Tagesfrist verhungern und verdorren? Sich in Hungerspr\u00fcngen aus den Aquarienritzen in den Tod katapultieren, wom\u00f6glich? Und ich st\u00fcnde daneben, grausam lachend, das Gesicht eine M\u00f6rderfratze? Wohl kaum!<br \/>\nSchon sehe ich ja eine Fischkatze pfeilschnell von links unten nach rechts oben zischen, die Wasseroberfl\u00e4che brechen, und siegreich mit einer Luftblase nach unten zur\u00fcckkehren. Bevor der Fisch aber noch die Blase essen kann, entweicht sie ihm schon wieder, Fata Morgana der Meere, unfressbares Gas. Aber was verst\u00fcnde ein Otto von dergleichen?<br \/>\nHungrig lungern nun die Katzen. Es gilt ihr Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeit f\u00fcr ein paar statistische Daten, die verfahrene Situation in den Griff zu bekommen. Wo zuvor sieben Fische schwammen, schwimmen nun also zehn. Das ist ein Anstieg um be\u00e4ngstigende 42.8%, der eine korrespondierende Reduktion des dem einzelnen Fisch im Durchschnitt zur Verf\u00fcgung stehenden Schwimmraumes nach sich zieht. 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