{"id":470,"date":"2006-12-17T22:33:02","date_gmt":"2006-12-17T20:33:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=470"},"modified":"2006-12-17T22:33:02","modified_gmt":"2006-12-17T20:33:02","slug":"ackerbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.genista.de\/engine\/?p=470","title":{"rendered":"Ackerbau"},"content":{"rendered":"<p>Aber erstmal passiert etwas ganz Unerwartetes, jedenfalls wenn man in geologischen Massst\u00e4ben rechnet, wie man das ja beim Betrachten von Biotopen und \u00d6kosystemen ganz automatisch muss. Rechnet man nach dem menschlichen Kalender, konnte man es andererseits l\u00e4ngst kommen sehen, denn die langen, fussligen Spinnenfinger der Ablegerwurzeln bilden sich ja nicht \u00fcber Nacht. Der Spinat ist der erste, der sich mopsig macht, an der Spitze jedes einzelnen Blattes haben sich noch kleinere Bl\u00e4tter gebildet, Fraktalspinat m\u00f6chte man sagen, w\u00fcrde nicht auch unten an den kleinen, neuen Bl\u00e4ttern dran sich zus\u00e4tzlich der erw\u00e4hnte Wurzelstock gebildet haben, der das ganze aus dem Reich der mathematischen Visualisierung in die finstere Grube der Perversion r\u00fcckt oder zerrt. Pflanzen sollen sich nicht selbst wie ein Tumor vermehren, sondern sich sch\u00f6ne Bl\u00fcten wachsen lassen, mit strotzenden, prangenden Bl\u00fctenbl\u00e4ttern, in die wir geniesserisch unsere Nasen versenken k\u00f6nnen, um uns an fr\u00fcher zu erinnern, als wir schon Mal so eine Pflanze gerochen haben, damals, im Krieg \u2013 bildlich gesprochen. Aber die bereits erw\u00e4hnte Tatsache, dass Fische keine Nasen in unserem Sinn haben, h\u00e4tte einen nat\u00fcrlich misstrauisch machen k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Unterwasserspinat also baut keine Bl\u00fcten, sondern wie Monster aus dem Horrorfilm kleine Kopien von sich selber, die er dann aussendet, damit sie die Welt unterwerfen. Eine Weile sehe ich mir das mit an, man ist ja langm\u00fctig, aber dann wird es mir zu dumm und ich zwicke die Klonkrieger vom Mutterschiff ab und verr\u00e4ume sie im nahegelegenen Kiesbett. Das wird ihnen eine Lehre sein. Saubande, gr\u00fcne.<br \/>\nAls n\u00e4chstes dann findet sich im Gew\u00e4chs mit den lanzenf\u00f6rmigen Bl\u00e4ttern ein winziges anderes Pfl\u00e4nzchen derselben Art, ohne dass sich erkennen liesse, wo es herkomme. Zwei winzige Bl\u00e4tter am Pflanzenkind sehen Keimbl\u00e4ttern zwar verd\u00e4chtig \u00e4hnlich, aber weder Bl\u00fcte noch Saatgut sind ja in Sicht. Ein Mysterium. Auch dieser Pflanzenwaise wird nun z\u00fcgig verbracht, um eine eventuelle Zusammenrottung gleich im Keim zu ersticken. Wer weiss, wozu zwei von diesen Dingern mit ihren Lanzen noch in der Lage w\u00e4ren.<br \/>\nDie dritte Pflanzensorte, ein m\u00e4chtiger Strunk mit Blattausw\u00fcchsen dran, zeigt noch keine Anzeichen des Fortpflanzungswillens, arbeitet also sicherlich verdeckt schon an einer Geheimwaffe, mittels derer das Aquarium mit Angst und Schrecken und neuen Str\u00fcnken \u00fcberzogen werden wird.<br \/>\nWerden w\u00fcrde, vielmehr. Denn ich bin ja ein knitzer Kniffel und auf der Hut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aber erstmal passiert etwas ganz Unerwartetes, jedenfalls wenn man in geologischen Massst\u00e4ben rechnet, wie man das ja beim Betrachten von Biotopen und \u00d6kosystemen ganz automatisch muss. 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