Für unsere Art der Betrachtung der Augenbewegungen läßt sich der Augapfel als eine Kugel betrachten, die von der Augenmuskulatur um mehrere im Kopf feste Achsen gedreht wird.
Die Symmetrieachse dieser Kugel, die durch den Kugelmittelpunkt und den Mittelpunkt der Pupille führt, heiße optische Achse. Wenn das Auge einen Punkt fixiert, wird angenommen, daß diese optische Achse in die Richtung weist, in der der Punkt zu sehen ist.1.1
Die Iris ist nun eine senkrecht zu dieser optischen Achse stehende, flache Kreisscheibe, deren Mittelpunkt auf der optischen Achse liegt. Die Entfernung des Pupillenmittelpunktes vom Mittelpunkt der Kugel soll Rauge oder ''Radius des Auges'' heißen. Diese Bezeichnung ist in diesem Fall nicht irreführend, weil aufgrund der Eigenarten des angewandten Meßverfahrens der Radius der gedachten Kugel ohnehin nicht zugänglich ist.
Mit dieser Modellannahme über die Form des Auges und der Iris trifft man die tatsächlichen Gegebenheiten hinreichend genau. Der größte verbleibende Fehler betrifft die Bildverzerrungen, die durch die Linsenwirkung der Cornea, das heißt der vor der Iris befindlichen Hornhaut, entstehen.
Diese Wirkung läßt sich bei Verwendung des Modellauges von Gullstrand mit einer einzelnen Vergrößerungslinse modellieren, die dazu führt, daß die scheinbare Iris, um etwa 13% vergrößert,1.2 parallel vor dem tatsächlichen Ort der Iris erscheint. Dies wird bei der VOG durch einen geringfügig größeren Augenradius modelliert und ergibt sich somit aus der Kalibration. Die Verzerrung durch die Cornea braucht also nicht gesondert berücksichtigt zu werden.
Der dritte Freiheitsgrad, die sogenannte Torsion, wird durch eine Drehung
um
um die optische Achse modelliert.
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