kalib hat zusätzlich zu den Listen von Fixationswinkeln und Pixelkoordinaten als weiteren Parameter noch ein Flag, das angibt, ob bei der Berechnung des Abstandes vom Referenzpunkt die genaue optische Abbildung oder die Näherung herangezogen werden soll. Dies ist für die Überprüfung der Messgenauigkeit und den damit zusammenhängenden Optimierungsvorschlag in Abschnitt 2.7 von Bedeutung.
test_kalib erhält von kaltest das Flag sowie die Größe der vorgesehenen Fehlerschwankung übergeben und legt nun die fünf Kalibrationsparameter mittels eines Zufallsgenerators fest. Dann wird eine Liste von Fixationswinkeln zufällig angelegt oder im Raster gewählt und über die Funktion abstand die Lage der Pupillenmittelpunkte im Bild berechnet - inklusive des nach Vorgabe berechneten statistischen Fixationsfehlers. Anschließend ruft test_kalib den Kalibrationsalgorithmus kalib auf und übergibt ihm die Winkel- und Pixelkoordinaten. Aus den von kalib erhaltenen Parameterwerten wird die Abweichung von den vorgegebenen Parametern bestimmt und an kaltest zurückgegeben.
Nach der vorgegebenen Anzahl von Aufrufen von test_kalib mittelt kaltest die Fehlerwerte über alle Simulationsdurchläufe.
Dieser Vorgang wird für einen bis dreizehn Punkte wiederholt, anschließend wird der gemittelte Fehler entweder grafisch ausgegeben, oder, falls ein Dateiname angegeben war, als Tabelle in einer Datei gespeichert.
Die Wertebereiche der Kalibrationsparameter betragen dabei (in Klammern jeweils die Einheit):
test_mess selbst legt zunächst die Kalibrationsparameter fest, berechnet die Bildkoordinaten einer Anzahl von Fixationspunkten und übergibt beides an kalib. Je nach Wahl des Programmparameters geon verwendet kalib nun die geometrische Näherung oder nicht. Wenn die geometrische Näherung angewandt wird, wird das zuvor geschilderte Kalibrationsverfahren wie folgt modifiziert:
Die mit den korrekten Abbildungsgleichungen berechneten Pixelkoordinaten der Fixationspunkte werden an kalib übergeben, das nun die Kalibration unter Annahme der Näherung durchführt. Das heißt, die für jeden Parametersatz berechneten erwarteten Pixelkoordinaten werden berechnet, als ob die Pupille in einer zur Linsenebene parallelen Ebene bliebe, und auf Basis dieser Annahme werden die Abstände und die Standardabweichung bestimmt. Die Modifikation der Formeln kann im Modul abstand gesehen werden und besteht im Einsetzen des genäherten Rauge für das korrekte zkopf.
Nachdem nun kalib die Kalibrationsparameter bestimmt hat, wird nun in test_mess ein 40x40 großes Raster mit einem Grad Punktabstand erzeugt. Dieses Raster wird mit den vorgegebenen Kalibrationsparametern auf die Kameraebene abgebildet. Das hierdurch erhaltene Pixelraster wird nun dem Modul messe zusammen mit den aus der Kalibration erhaltenen Parametern übergeben. messe berechnet nun aus den Pixelwerten und den Parametern wieder die Winkelwerte. Von diesen von messe berechneten Winkeln wird nun das ursprüngliche Winkelraster abgezogen. Die sich ergebende Differenz, die den durch die Näherung erzeugten Fehler bezeichnet, gibt test_mess zurück an messtest, wo er über die Zahl der Durchläufe gemittelt wird.
Im Modul messe gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, die exakten Gleichungen für die optische Abbildung auch bei der Messung zu berücksichtigen. Dazu wird zunächst aus den Pixelkoordinaten über ein numerisches Verfahren die Koordinate zkopf des Pupillenmittelpunktes berechnet, und dann mit dieser Koordinate die exakte geometrische Rücktransformation durchgeführt.