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Die Simulation der Drehungen wurde mit zwei verschiedenen Musterradien durchgeführt,
um beurteilen zu können, wie stark die Meßbarkeit der Torsion vom gewählten
Muster abhängt. Dazu wurde einerseits ein Muster auf einem Radius von 80
Pixeln verwendet. Dieses Muster hatte in Bezug auf die Torsionsmessung mittlere
Qualität.
Andererseits wurde im untersuchten Segment dasjenige Muster
gesucht, dessen Autokorrelationsfunktion
die geringste Halbwertsbreite des Maximums aufwies. Dies war der Fall für das Muster
am Radius 132 Pixel. Auch für dieses Muster wurden die Simulationsrechnungen
durchgeführt.
Die Effekte der Bewegungsunschärfe lassen sich gut erkennen, wenn man die
bei verschiedenen Augengeschwindigkeiten berechneten Muster nebeneinanderstellt
(Abbildungen 3.3 und 3.4).
Deutlich zu erkennen ist, daß die Effekte bei den beiden verschiedenen Bewegungsrichtungen
recht unterschiedlich ausfallen, ebenfalls gut zu sehen ist, daß nahezu alle
charakteristischen Eigenschaften des untersuchten Musters schon bei relativ geringen
Winkelgeschwindigkeiten verschwinden. Zu sehen ist das besser geeignete Muster
bei einem Radius von 132 Pixeln.
Abbildung:
Veränderung des Musters bei
Bewegungen senkrecht zur Musterrichtung. Ganz oben das unbewegte Auge,
darunter 50, 100, 150, 200, 250 und 300/s Drehgeschwindigkeit.
Zu sehen ist das Muster mit einem Radius von 132 Pixeln.
![\includegraphics[width=13cm]{Bilder/th_muster.eps}](img137.gif) |
Abbildung:
Veränderung des Musters bei
Bewegungen parallel zur Musterrichtung. Ganz oben das unbewegte Auge,
darunter 50, 100, 150, 200, 250 und 300/s Drehgeschwindigkeit.
Zu sehen ist das Muster mit einem Radius von 132 Pixeln.
![\includegraphics[width=13cm]{Bilder/ph_muster.eps}](img138.gif) |
Die Mechanismen, die zur Verschmierung der Muster führen, lassen sich an den Abbildungen
3.5 und 3.6 gut erkennen. Aufgezeichnet sind die Bereiche
der Iris, die unter dem ausgelesenen Teil des Bildes während der
Belichtungszeit hindurchwandern.
Abbildung 3.5:
Bereich der Iris, der bei einer
Augengeschwindigkeit von 300/s in horizontaler Richtung
zu einer Aufnahme des Irismusters an der Stelle des mittleren Bogens
beiträgt. Die beiden Kreise sind der Rand der Pupille (links) und
der Rand der Iris (rechts) wie in Abbildung 1.8 auf Seite
.
![\includegraphics[width=10cm]{Bilder/eff_hor.eps}](img139.gif) |
Abbildung 3.6:
Bereich der Iris, der bei einer
Augengeschwindigkeit von 300/s in vertikaler Richtung
zur Aufnahme des Irismusters beiträgt. Wie gut zu sehen ist,
tragen fast nur die Muster eines bestimmten Radius zur Aufnahme
bei, allerdings wird das Muster bei der Aufnahme in tangentialer
Richtung stark verschmiert. Zur besseren Verdeutlichung dieses
Effektes sind in dem kleinen Kasten die Muster für eine
Winkelgeschwindigkeit von 2000/s aufgezeichnet.
![\includegraphics[width=10cm]{Bilder/eff_ver.eps}](img140.gif) |
Wie nach Studium der Verschmierung kaum anders zu erwarten, fallen die Ergebnisse
der Simulationen für die Praxis nicht besonders erfreulich aus.
Es zeigt sich, daß die maximale Drehgeschwindigkeit,
bei der Messungen der Torsion noch möglich sind, recht stark von der Qualität
des anfänglich ausgesuchten Musters abhängt. Während bei dem Muster mittlerer
Qualität schon ab etwa 50/s Drehgeschwindigkeit
keine fehlerfreie Messung mehr möglich ist, läßt sich mit dem Muster geringer
Halbwertsbreite bei etwa der doppelten Geschwindigkeit noch sauber messen.
Insgesamt aber liegen bei beiden Mustern die Fehler in der Torsionsmessung, die
allein aufgrund der Bewegungsunschärfe auftreten, bei üblichen physiologischen
Geschwindigkeiten erheblich zu hoch.
Tabelle 3.1:
Tabelle der Grenzgeschwindigkeiten in
Grad pro Sekunde, bei denen der Fehler in der Torsionsmessung
bei Nulltorsion bereits über der Fehlerschwelle liegt.
Die erste Zahl ist die Grenzgeschwindigkeit
für Bewegungen senkrecht zur Musterrichtung, die zweite für Bewegungen
parallel zur Musterrichtung.
| Fehlerschwelle |
Muster 1 (80 Pixel) |
Muster 2 (132 Pixel) |
| 0.085 |
30/30 |
70/70 |
| 0.17 |
50/50 |
120/70 |
| 0.34 |
50/50 |
190/70 |
|
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1999-04-24