Um die Stabilität des zu entwerfenden Kalibrationsalgorithmus' zu erhöhen, wurden zunächst durch Wahl eines speziellen Kalibrationsverfahrens die Zahl der Parameter für den eigentlichen Fit von fünf Parametern auf vier reduziert. Dies geschieht durch Heranziehen der - gegen die Drehung der Kamera invarianten - Abstände der Fixationspunkte vom Referenzpunkt anstelle ihrer absoluten Koordinaten im Bild.
Die Daten, die zur Kalibration herangezogen werden, sind nun aufgrund
obiger Beschreibung ein Satz von n Fixationspunkten mit bekannten,
weil bei der Aufnahme der Daten vorgegebenen,
Winkelstellungen
und diesen zugeordneten gemessenen
Pixelkoordinaten
(ermittelt durch Pupillenfindung
auf der Videoaufzeichnung der Sequenz).
Für jeden Satz von Kalibrationsparametern
läßt
sich aus den Winkelpositionen der für diese Parameter erwartete Satz
von Pixelkoordinaten wie in Gleichung 1.25
berechnen2.3 (gestrichene Größen bezeichnen die
aus den Transformationen berechneten Bildkoordinaten und Abstände, ungestrichene die bei der
Kalibration tatsächlich gemessenen).
mit wiederum
| (2.2) |
Diese Transformation berücksichtigt noch nicht die (zunächst unbekannte)
Verdrehung der Kameras auf dem Kopf des Probanden. Daher wird nicht
der - durch diese Verdrehung veränderte - absolute Wert der
Pixelkoordinaten für die Kalibration herangezogen, sondern der
Abstand der einzelnen Punkte vom Referenzpunkt,
.
mit
| (2.6) |
Dieser Abstand läßt sich für die aus der Transformation erhaltenen Koordinaten berechnen und parallel dazu für die aus den Kalibrationsdaten gewonnenen. Das heißt, es wird für die gemessenen Punkte in der Kameraebene
| = | (2.7) | ||
| = | ![]() |
(2.8) |
berechnet. Für jeden 4-D-Kalibrationspunkt wird nun
die Differenz dieser Abstände,
,
und dann die Quadratsumme dieser
Differenzen berechnet. Die
hängen dabei von allen vier
Kalibrationsparametern ab, während die beiden Differenzen
und
nur von jeweils zweien der Parameter abhängen.
| (2.9) |
| (2.10) |
Dabei ist n die Anzahl der Fixationspunkte.
Die Suche nach den korrekten Kalibrationsparametern wird nun im
vierdimensionalen Raum der Parameter als Suche nach dem Minimum
der Abstandsquadratsumme
durchgeführt. Ist dieses Minimum gefunden,
wird anschließend die Kamerarotation
berechnet.