Der weise Weimaraner als Wegbereiter der Wissenschaft

von Kai Schreiber

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Natur? Ein jeder weiß ja, daß der große Gedankenweltenbaumeister manches Mal über diese grimmig komplizierte Sache nachgedacht hat. Daß er dabei auch Vieles begriff, was uns gewöhnlichen Menschen heute noch rätselhaft erscheint, kann kaum verwundern.

So mag er, als er den Satz "das Elektrische, als ein Gleichgültiges, kennen wir nicht" hinschrieb, durchaus auch daran gedacht haben, die an anderer Stelle beschriebenen Verschiedenheiten des Verwachsens, als einem ebenfalls Gleichgültigen, durch die Entelechie der beteiligten optischen Systeme und, sofern man das sagen darf, die metallischen Solutionen und Schematisierungen der Materie selbst zu beschreiben. Vielleicht aber hat er sich dabei auch etwas ganz anderes gedacht - und wer sind wir, diese Frage etwa heute, beinahe 250 Jahre nach Goethes Geburt, noch klären zu wollen?

Dabei waren just damals die Konstellationen doch durchaus glücklich für Welt und Wissenschaft. Die Sonne stand im Zeichen für die Jungfrau und kulminierte für den Tag, ein durchaus seltenes Zusammentreffen von Situationen und Verschiedenheiten, die, dem Elektrischen darin nicht unähnlich, die Morphologie des werdenden Wesens streng bestimmen sollten.

Und was da nicht alles wurde! Hatte nicht, wenige Jahrzehnte darauf, das werdende Wesen, als Verschiedenheit des Verwachsenen, selbst den Schwerpunkt darauf gelegt, und wir schreiben das bewußt so unverblümt, daß die optischen Erscheinungen, als Gleichgültige, zerfallen in einerseits die bewährten dioptrischen Erscheinungen, die ohne Refraktion der reinen Trübe entspringen, mit Refraktion aber, als solche, den prismatischen gleich sind? Des weiteren unterschied das werdende Wesen nach den katoptrischen, den paroptischen und den epoptischen Erscheinungen, die in der Verschiedenheit der Entelechien gleich, doch wohl zu trennen sind von den eigentlich entoptischen. Unbeschadet der gründlichen Verwachsenheit des Verschiedenen, das sich in den komplizierten Schematisierungen grimmig bewährt, wollen wir an dieser Stelle von der Theorie der Erscheinungen, als einer Gleichgültigen, schon wieder absehen. Vielmehr verdient nämlich unsere weitere Aufmerksamkeit, und es ist an der Zeit, dies in aller Deutlichkeit, den Erscheinungen zum Trotz, gleichsam als Schwerpunkt zur Form zu bringen, verdient also unsere Aufmerksamkeit die deutliche Teilung der verwachsenen Schematisierungen selbst in als solche Verschiedene durch das werdende Wesen.

Beginnend bei den magnetischen Schematisierungen entwirft der kühne Strich, losgelöst und lösend, die turmalinischen, elektrischen, galvanischen und perkinischen Schematisierungen der Erscheinungen, um - die günstigen Konstellationen kulminierten auch darin für die Verschiedenheit der Erscheinungen - die Verwachsenen noch zu ergänzen um die chromatischen, die sonoren sowie die schmeckbaren und riechbaren Schematisierungen der Erscheinungen, genauer, der körperlichen Base derselben, als solcher.

Nun war, dem werdenden Wesen in seiner Verwachsenheit zumal, auch damals schon die Zweiteilung der Kotyledonen schmerzlich bekannt, der unteren Kotyledonen in ganze und geteilte. Was also lag näher, als - in direkter Beziehung auf die reine Trübe und die Refraktion - den Standort und die Konstellationen neu zu bestimmen, die die Verschiedenartigkeit der Schematisierungen, als solcher, ausmachten? So sagte das werdende Wesen an anderer Stelle, sich des sonoren Widerstandes der grimmigen Erscheinungen, genauer: der Entelechie der eigentlich verwachsenen, in Konstellationen kulminierten Erscheinungen, als solchen, bewußt: "Das Hirn selbst ist nur ein großes Hauptganglion" und transzendierte damit, morphologisch nicht zuletzt durch direkten Vergleich der reinen Trübe mit der Verschiedenheit der Erscheinungen, die Schematisierung selbst. Die Solideszenz allerdings der Erscheinungen und Schematisierungen als solcher zu erweisen, nutzte das werdende Wesen einen Kunstgriff: Lassen nicht sich die Erscheinungen und ihre Schematisierungen aufteilen, genauer: hierarchisch bestimmen und in Beziehung auf die körperliche Base und ihre reine Trübe aufzählen als: die zufälligen, die mechanischen, die physischen, die chemischen, die organischen, die psychischen, die ethischen, die religiösen als solche und die genialen?

Zweifellos, und somit wurde das werdende Wesen durch die ursprüngliche Frage nach der Schematisierung der Erscheinungen, genauer: den Schematisierungen des Wesens als Kulminationen der Entelechie der Verschiedenheiten, als einem Gleichgültigen, oder abermals anders: durch die Frage nach den Erscheinungen und der Verwachsenheit des Vorwaltenden des oberen Leitenden als einem solchen, hingeleitet zu den dargestellten Bestimmungen der Basen. Die Osmose nun des Objektes in den anschauenden Geist läßt sich ehestens bewältigen, wählt man, wie der Vorgenannte, die körperliche Base der Anschauung, von ihrer reinen Trübe befreit, zur Schematisierung der Erscheinungen.

So also ist das Zufällige nichts anderes als ein Ziegelstein, wie er vom Dache fällt. Dieser nun trifft, mechanisch, den wandelnden Körper des verwachsenen Wesens, wie es denkend vorüberschreitet. Aber freilich nicht mechanisch allein, sondern gezogen von der Natur und damit physisch, schlägt der Ziegel in die körperliche Base des Vorgenannten ein, der darauf, als ein Gleichgültiger, die reine Trübe chemisch als Kulmination hervorbringt und rinnen läßt und damit die organische Schematisierung der Base selbst betrifft. Diese nun, eine selbst kryptovulkanische Erscheinung der inneren Organisationen der psychischen Apparate und Schaltknochen, wie sie sich in den Verschiedenheiten des Verwachsenen zeigt, begründet die ethische Sorge um die Solideszenz der Erscheinungen der körperlichen Base und die Ausweitung der grimmigen Refraktion der Schematisierungen auf die Religion. Die Kalokagathie der so bezeugten Ableitung des Religiösen aus dem Zufälligen des Ziegels und die Verschiedenheiten ihres Verwachsens mit der körperlichen Base der Erscheinungen, deuten auf das genialische des werdenden Wesens und seiner Verwachsenheit.

So weit also Goethes Naturlehre. Uns beliebt zuletzt nur die Frage, inwiefern der Ziegel selbst, als ein Gleichgültiger, die Hierarchie der Schematisierungen als Kulmination hervorbringt oder sie enthält. Diese grimmige Frage wurde durch das allzufrühe Ableben des werdenden Wesens jäh von uns genommen, genauer: einer Beantwortung entzogen.