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Heute morgen hatte der Rowohlt-Verlag, über seine Facebook-Präsenz, dies mitzuteilen:

Mit einem modernen Klassiker möchten wir heute zum Frühstück an Truman Capote erinnern, der heute vor 27 Jahren verstarb. Seine Romane “Frühstück bei Tiffany” und “Kaltblütig” wurden beide verfilmt und können zu den Klassikern der Filmgeschichte gezählt werden. Das Buch zu “Frühstück bei Tiffany” wird durch drei melancholische Erzählungen ergänzt.

Dran angehängt der Werbetext zu “Frühstück bei Tiffany”

Das von Gin und Rosen umduftete Porträt der charmant verrückten achtzehnjährigen Holly Golightly, die mit entwaffnender Unschuld bekennt: “Ich habe wirklich nicht mehr als elf Liebhaber gehabt.” Verfilmt mit Audrey Hepburn. Dazu drei beschwingt melancholische Erzählungen.

Nun ist Truman Capote zweifellos einer von den Guten, und auch wenn eine Würdigung zum siebenundzwanzigsten Jahrestag ein wenig gezwungen scheint, hat er ja jede Würdigung verdient, und warum also nicht diese?

Aber, ach. In Cold Blood ist kein Roman, es ist “a true account of a multiple murder and its consequences”, die Bücher keine “Klassiker” und schon gar keine “der Filmgeschichte”, Frühstück bei Tiffany nicht das Buch zum Film, “charmant verrückt”, “entwaffnender Unschuld”, “von Gin und Rosen umduftet”, “beschwingt melancholisch”, das alles ist so ungenau, verkitscht und vermatscht, man wünscht sich einen großen Stock zur Hand.

Ich reagierte auf das Rowohlt-Posting mit einem leicht polemischen Kommentar, in dem ich auf die Diskrepanz zwischen der Rolle des Rowohlt-Verlages und ihrer Ausübung im Facebook-Rahmen hinwies. Ich würde ihn gerne hier zitieren, den Kommantar, aber leider war er Minuten nach dem Absetzen auch schon wieder verschwunden.

Und zwar, wie man mir nach einem Folgekommentar mit Beschwerde über die vermeintliche Löschung erklärte, war er im Spam gelandet. Beziehungsweise wohl, in Rowohlt-Sprech: von Frühstücksfleisch umduftet.


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