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Dass ich dem Argument des Cartesius, so weit ich es verstehe – dass das Gedachtwerden des Vorgangs eines Zweifels unbestreitbar ein denkendes Ich voraussetzt, und also an der Existenz dieses Ich nicht zu zweifeln sei – selbst zweifelnd gegenüberstehe, habe ich ja schon mal geschrieben. Ich sehe keinen unbezweifelbaren Grund, aus dem ein System, das “Ich denke” denken kann, auch ein Ich enthalten muss, das den gesamten epistemologischen Reichtum repräsentiert, der mit dem Ich verbunden wird. Kann sein, dass es so ist, kann auch sein, dass ein Zombie “ich denke” denken könnte, aber jedenfalls ist es nicht unbezweifelbar und eignet sich also nicht als Fundament eines Welt- oder Geistgebäudes.

Unbezweifelbar ist aber doch die Existenz des Zweifels selbst. Denn wenn ich bezweifle, dass es den Zweifel gibt, dann bestätige ich ja grade damit seine Existenz. Das klingt jetzt wie ein billiges Wortspiel oder Paradoxon, mir ist es aber ernst.

Der Vorgang des Zweifelns beinhaltet die Existenz einer Alternative: um zu zweifeln muss ein Subjekt der Ansicht sein, eine Reihe von Sinnesdaten habe eine bestimmte Erklärung, aber zugleich gewahr sein, dass auch eine andere Erklärung zutreffen könne. Was mit anderen Worten nicht bezweifelt werden kann, ist, dass mentales Erleben eine metaphysisch nicht fundierbare Konstruktion ist, deren jedes Element immer auch seine mögliche Negation enthält. Jeder mentale Inhalt ist, was er ist, indem er auf das verweist, was er nicht ist.

Ich zweifle, also bin ich. Vielleicht.

One Response to “Cartesius, vom Bauch auf den Rücken gelegt”

    Wenn ich es auf ein einfaches Niveau herunterziehen dürfte, so täte ich einwenden: Mit “cogito ergo sum” sollte doch lediglich festgestellt werden, dass wenn jemand das Gefühl hat, einen Gedanken zu haben, er auch konsequenterweise annehmen muss, in irgendeiner Form effektiv vorhanden zu sein. Über die Komplexität bzw.den Grad der Lebendigkeit des Ich-Systems ist damit noch nichts gesagt. Wenn ein Zombie “ich denke” denkt, so wäre damit immerhin die Existenz des Zombies bewiesen. Dadurch dass ein Mensch denkt, “ich denke”, ist ja auch nicht sonderlich viel über diesen Menschen ausgsagt, außer eben dass er dann wohl auch exitieren muss. Sein oder Nichtsein ist dann keine Frage mehr.
    Aber was weiß ich denn schon … Vermutlich begann mit Cartesius der Non-Sense in die Philosophie Einzug zu halten. Oder war das noch früher? Platon etwa? Ging es bei dem schon abwärts?

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