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Lesungen



Friday, January 2nd, 2009

Leseliste 2008

Bücherregale waren gestern. Heute ist, Bücher in einen Internet reinzustellen. Staubt nicht ein, praktisch, borderline peinlich. Perfekt.

Antonio Damasio – Looking for Spinoza
Eitel. Mässig interessant.
Steven Aldiss – Haiku Humor
Jonathan Lethem – The Wall of the Eye, the Wall of the Sky
Lethem ist toll, aber irgendwie fehlt mir oft was. Hier auch.
Barash / Lipton – The Myth of Monogamy
Affen, Menschen, Paarungen.
Herbert Asbury – All Around the Town
Obskure Kuriosa aus New York. Wenn man Zeit hat.
Timothy Feriss – The Four Hour Workweek
Was für einen Unterschied ein paar Monate machen.
Neil Fiore – The Now Habit
Lohnt nicht.
Michael Pollan – The Omnivore’s Dilemma
Fantastisches Buch, Ernährung, Ethik, Landwirtschaft und Dämon Mais.
Kurt Vonnegut – Cat’s Cradle
Wiedergelesen. Wieder begeistert.
Roy Stuart – The Fourth Body
Die haben ja gar nix an. Was machen die denn da? Also!
Kevin Fitzpatrick – A Journey into Dorothy Parker’s New York
Locationhopping mit Dotty.
Haruki Murakami – Norwegian Wood
Gerne gelesen. Die ganze Zeit aber das Gefühl, dass mir was Wichtiges entgeht. Ist mir vermutlich auch.
John Cleland – Memoirs of a Woman of Pleasure
Aha. So ist das also.
Jack Kerouac – The Dharama Bums
Fantastisch, und nicht nur weil ich die ganzen Schauplätze kenne und innerlich ständig “da war ich schon!” kreische. Obwohl das natürlich auch ganz schön super ist.
Cormac McCarthy – The Road
Mit einem Hammer auf den Kopf gehauen kriegen, nur besser. Besser? Ja, besser. Ok? Ok.
Haruki Murakami – Kafka on the Shore
Hat mir besser gefallen als Norwegian Wood, aber jetzt erstmal Murakamipause. Irgendwas ist komisch mit dem.
Hurnaus / Konrad / Novotny – Eastmodern
Irre schönes Buch. Ich bin begeistert, dieser Kommunismus ist doch offenbar ganz dufte.
Ursula K. Le Guin – Unlocking the Air
Kurzgeschichten, kann mich an nix mehr erinnern. War aber vermutlich gut.
Trevor Dann – Darker than the Deepest Sea
Nick Drake aus der Nähe. Ja.
Jack Kerouac – On the Road
Vor Jahren probiert, nix verstanden. Diesmal Kopfschütteln über den Narren, der ich damals war.
Jon Krakauer – Under the Banner of Heaven
Religiöser Irrsinn, Mormonengemetzel. Erschütternd, lustig, grauenvoll. Lesen.
Ursula K. LeGuin – The Lathe of Heaven
Dick auf Östrogen. Zerlegte Welt. Toll.
Harlan Ellison – Shatterday
Kurzgeschichten vom Star Trek-Grossmaul. Lustig, aber nicht so lustig, wie er selber denkt.
Jason Salavon – Brainstem Still Life
Digitalbilder durch den Wolf gedreht.
Jack Kerouac – Big Sur
Deprimierend. Und wenn man den nebelverhangene Küstenstrich kennt, an den Keroauc sich hier zitternd klammert, wirds nicht unbedingt besser.
Mary Roach – Bonk
Sex. Wissenschaft. Humor. Alles drin.
Mary Roach – Stiff
Alles über Leichen, Leichenteile, Leichenfledderei. Fun!
Graham Rawle – Woman’s World
Eine Geschichte erzählt in ausgeschnittenen Phrasen aus Frauenzeitschriften. Durchgedrehte Idee, von einem Wahnsinnigen über Jahre weg fantastisch umgesetzt.
Christopher Isherwood – Berlin Stories
Historisch interessant, zu lesen so mittel.
Iain M. Banks – Matter
Ich liebe Banks und sein Culture-Universum. Neutrales Urteil unmöglich. Tolles Buch.
William Gibson – Spook Country
Gibson wird überschätzt, dachte ich die erste Hälfte lang, dann merkte ich dass ich meinen Überschätzungsdetektor einen Tick überschätzte.
Heinlein / Heinlein – The Sex and Love Handbook
Blödsinn in Tüten, grösstenteils.
Jennifer Garner – Survivors of an Open Marriage
Dumme Menschen tun dumme Dinge, mitteldumm erzählt.
Toon Tellegen / Axel Scheffler – Briefe vom Eichhorn an die Ameise
Rührend, niedlich, lustig. Sagte ich schon rührend?
Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
Wenn ich nicht die ganze Zeit so fürchterlich neidisch gewesen wäre, hätte es auch nicht besser sein können.
Martin Suter – Der Teufel von Mailand
Och, nö.
Ingo Schulze – Simple Stories
Och, ja. Doppelt schön aus der Entfernung des Exils. Ostdeutschland, soso.
Charles P. Caldes – Journal Square with McGinley & Bergen Squares
Lokalgeschichtliches.
David Simon – Homicide
Das Buch aus dem die Fernsehserie wurde, aus der The Wire wurde. Unglaublich.
Gavin Pretor-Pinney – The Cloudspotter’s Guide
Sehr unterhaltsame Einführung in die Welt der schwebenden Wässerchen. Trübung: alles wieder vergessen. Ausser dem Piloten, der eine halbe Stunde lang durch ein Gewitter fällt. Aber sowas vergisst man ja auch nicht.
W. G. Sebald – Die Ausgewanderten
W. G. Sebald – Unheimliche Heimat
W. G. Sebald – Die Beschreibung des Unglücks
Wehmut für eine Welt, die es nie gab, Schmerz über das Vorgefundene. Sebald bricht Herzen. Und diese Worte, und wie sie sich reihen.
Elizabeth Hess – Nim Chimpsky
Wo ich grade von gebrochenen Herzen. Um Chomskys These von der angeborenen Sprachfähigkeit zu widerlegen, ziehen Forscher einen Schimpansen in einer menschlichen Familie auf. Das Geld geht aus, und das Tier, das sich für einen Menschen hält, aber nicht sprechen kann, geht auf eine tragische Odyssee durch die Käfige.
Donald Norman – The Design of Everyday Things
Die wichtigste zu ziehende Lehre, sagt Norman, ist “es ist nicht deine Schuld” wenn man was falsch benutzt. Genauso schön: weniger anschaffen, das meiste ist eh Quatsch.
Moore / Gibbons – Watchmen
Wie konnte mir denn der so lange entgehen?
Neil Gaiman – Don’t Panic
Hastig zusammengewürfelt Biografisches, vom One Trick Pony übers One Trick Pony. Die Neuausgabe sei besser, sagt der Internet. Ich guck aber nicht nach.
Elizabeth Royte – Bottlemania
Wichtiges Thema. Meh.
Warren Ellis – Crooked Little Vein
Schöne Entdeckung, ein obszöner Höllenritt durch Amerika, saukomisch.
Sloane Crosley – I Was Told There’d Be Cake
I was told this’d be good. Kuchen gabs auch keinen.
Tor Seidler – A Rat’s Tale
Squeek.
Christian Ankowitsch – Dr. Ankowitschs kleines Universal-Lexikon
Zufällig entdeckt auf der Deutschlandtournee. Schönes kleines Buch.
W. G. Sebald – Die Ringe des Saturn
Es ist fast egal, worüber Sebald schreibt, weil seine ganze Botschaft schon im Wie des Sagens steckt.
Jack Kerouac – Tristessa
Muss man nicht. Kamman aber.
Moore / Miller – The Dark Knight Returns
Noch so ein Comicklassiker, aus offensichtlichen Gründen schnell nachgeholt.
Michael Chabon – The Yiddish Policemen’s Union
Ein Krimi, der in einer grossen jüdischen Kolonie in Alaska spielt. Es fehlt was, aber nicht viel.
Karen Duve – Dies ist kein Liebeslied
Traurigschön. Hab ich grade traurigschön geschrieben? Pfui Spinne, Duve ist schuld.
Cormac McCarthy – No Country for Old Men
Diese Sprache! Dieses Texanisch! Ich häng am McCarthy-Haken wie eine Prärieauster am Stier.
Singer / Mason – The Ethics of What We Eat
Singer ist toll, das Thema ist wichtig, aber achduliebezeit. Öde und schlecht strukturiert.
Sir David Brewster – The Stereoscope. It’s History, Theory and Construction.
Ein Meisterwerk der Stereoskopliteratur. Das Schönste sind die Keifereien gegen Konkurrent Wheatstone.
Bernd Cailloux – Das Geschäftsjahr 1968/69
Blitzlichter, Geld und Ideale.
Philip K. Dick – Humpty Dumpty in Oakland
Früher, nicht SF-Dick, gekauft wegen Halbpreis und Ort der Handlung; besser als manches spätere.
Craig Thompson – Blankets
Charles Burns – Black Hole
Zwei tolle Bildergeschichten.
Simon Borowiak – Wer Wem Wen
Schön.
Rocko Schamoni – Risiko des Ruhms
Stellenweise toll, stellenweise gar nicht. Hm.
Philip Roth – American Pastoral
Die Zerstörung einer reinen Seele durch Zeit, Niedertracht und Newark, New Jersey.
Jose Saramago – Blindness
Oh. Jahr der Bücher, die wo mit dem Hammer auf den Kopf. Dings.
Philip K. Dick – Ubik
Hatte ich das schon gelesen? Oder nicht? Oder doch? Bis zum Ende nicht rausgefunden, eine angenehm Dicksche Kleinparanoia.
Ray Zone – Stereoscopic Cinema and the Origins of 3D Film, 1838-1952
Überwiegend öde, aber lustig: wenn man hinter einem Leintuch einen roten und einen grünen Scheinwerfer nebeneinander aufbaut, und das Publikum Stereobrillen trägt, kann man 3D-Schattenspiele machen. Gute alte Zeit.
John McPhee – The Pine Barrens
Es gibt eine Folge der Sopranos, wo Christopher und Paulie jemanden in die verschneiten Wälder fahren, das Erschiessen vergeigen, sich verlaufen und dann die ganze Folge über frierend im Wald sitzen. Das sind die Pine Barrens.
Germaine Greer – The Female Eunuch
Veraltet und aber auch gar nicht. Dialektisch!
Paolo Mantegazza – The Sexual Relations of Mankind
Historisches Kuddelmuddel, Kolonialquatsch, Neger, Sexualorgane. Herrlich.
Mary Roach – Spook
Das mittlere Roachbuch, das Schwächste. Offensichtlich vom Agenten nach dem Erfolg von Stiff erzwungen. Dünn, übereilt, planlos.
Philip K. Dick – The Three Stigmata of Palmer Eldritch
Bizarrodick.
J. Maarten Troost – The Sex Lives of Cannibals
Leben in den Tropen, wo menschenfressende Riesenkäfer in der brütenden Mittagshitze auf stinkenden Müllbergen sitzen. Wer hätte gedacht, dass das so unangenehm sein kann.
Cormac McCarthy – All the Pretty Horses
Border Trilogy, Teil eins. Bummsti, auf die Rübe.
S. A. Barnett – The Story of Rats
Zur Ablenkung was über Laborratten und Labyrinthe. Naja.
Barash, David – The Survival Game
Spieltheorie, einer der faszinierendsten Zweige der evolutionären Psychologie, erstaunlich langweilig erzählt.
Cormac McCarthy – The Crossing
Cormac McCarthy – Cities of the Plain
Teil zwei und drei der Border Trilogy. Die Sprache, die Landschaft, die Leute, alles ist fantastisch, lockt ins Buch, und kaum ist man drin, kriegt man so lange übergezogen, bis man zerbrochen am anderen Ende rauskrabbelt und “Warum? Oh Gott, warum?” wimmert.
James Ellroy – American Tabloid
Ähnlich schlimm und grandios wie McCarthy, aber ganz anders. Eine Sprache wie sie formalisierter und spröder kaum vorstellbar ist, und unter der erstaunliche Komplexitäten brodeln. Dazu ein Polit/Krimiplot so schwarz wie die Nacht. Weia.
Gary Brecher – The War Nerd
Zum Runterkommen von den misanthropischen Soziopathen Ellroys, Massakerstories von einem soziopathischen Misanthropen. Yes! Und man lernt Zeug obendrein.
James Ellroy – The Cold Six Thousand
Kaum vorstellbar, haha: voller vier Wort-Sätze. Erwähnte Sätze redundieren erheblich. Kaputte Typen treffen aufeinander. Kaputte Typen tun kaputte Dinge. Erwähnte Dinge gehen schief. Kaputte Typen überlegen neu. Kaputtes geschieht galore. Seeeeehr kaputt. Vielen Dank auch, Herr Klede.