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Psychology



Wednesday, June 23rd, 2010

Shermer’s Folly

Figure 6: Some nonsense (not to scale)This plot is from chapter 4 of Michael Shermer’s book “Why People Believe Weird Things”, and it’s quite amusing.

The section of the book this is from concerns ESP experiments. Participants in these experiments have to predict one of five symbols on an unseen card, and the plot is meant to show the chance of a participant getting x of the answers right when being asked 25 times. Predictably, getting 5 right out of 25 is the most likely, but higher numbers of hits are entirely expected, and their occurence alone does not mean much. Shermer stops with the negative statement – high performance doesn’t mean ESP – and doesn’t spell out what a correct analysis would look like – not looking at a single result, but comparing a distribution of results to that predicted from chance – but this unfortunate focus on gleeful debunking rather than the education of the reader isn’t my concern. It’s the plot itself. Look at it.

Its x axis runs from -2.5 to 12.5. Bars of unit width indicate the probabilities of getting a certain number of answers right, and a Gaussian curve (Shermer calls it a Bell curve in the legend, and a normal distribution in the chapter text) to fit the bar data. Pretty much all of this is awful. First of all, fractions of x make no sense. The number of correct answers can only be a whole number, therefore probabilities should be plotted for whole numbers alone. If you want to use bars, make them discontinuous to emphasize their discrete character. Additionally, both the Gaussian and the leftmost bar extend into negative values, which also do not make sense for x. Negative values shouldn’t be on this plot at all. All this could be simply due to sloppy graphical design, of course, but the Gaussian extending into the negative is in fact a hint of the biggest error here: this distribution is not a normal distribution at all. To show a Gaussian here is a blatant statistical and conceptual error.

Random answering in a task like this in fact follows a binomial distribution. Interestingly, the numbers on the bars are from the correct binomial (except for 0.0238, which should have read 0.0236), meaning that whoever prepared the data knew what they were doing. But Shermer, fitting a Bell curve to them, clearly does not. You can even see it’s a bad fit. The bars don’t look symmetrical at all. Furthermore, the claim in the legend that “in a group of 25 several scores [above 7] will always occur purely by chance” is also quite false. He himself provides the probability for scoring below 8, which is 89.1%. Thus, in a group of 25, the chance of everybody scoring below 8 is 89.9% to the 25th power, or 5.56%. In other words, roughly one in eighteen such groups will have nobody scoring 8 or higher. There are lies, damn lies, and statistics done by fools.

Claims of the paranormal are emotionally and spiritually appealing, and it is important to counter them both on their own grounds by providing equally appealing stories about the world, and also by clearly showing where their purported proofs are untenable. Michael Shermer is the founder of the Skeptics Society, who claims this as their task, and he adopts a smug tone of intellectual superiority over the misled and uneducated foolish masses throughout this book. Yet apparently he doesn’t know what he’s talking about himself. He even told me so at the end of his foreword: “why should [you] believe anything [I] say? […] You shouldn’t.”

In the end, the whole thing is probably just a clever lesson in scepticisim. Or is it?

Monday, April 19th, 2010

Phänomenologie des Geisteskranken (2)

II. Tag. Aussen.

Bei Licht betrachtet ist was man im Dunkeln so treibt und schreibt ja meist ein geblümter Unsinn mit Schleife. Das macht einerseits nix, so weit es um Gefühltes geht, weil: Gefühltes braucht keinen Sinn; Gefühltes schmeckt auch so. Aber vom Gedachten hätte man mehr erwartet. Wahrscheinlich ist überhaupt das der Fehler.

Tractatus sozio-logicus:

1 Alle Welt will gefallen.
2 Wodurch man gefallen will, das Mittel, ist das Verhalten.
3 Der Zweck des Verhaltens ist Kommunikation.
4 Kommunikation ist der unternommene Versuch, den Zustand des Anderen zu verändern.
5 Mittel dieser Veränderung ist das Ausführen sozial bedeutsamer Bewegung
6 Die herzustellende Gleichheit ist die zwischen der erwünschten Bewegung des Anderen und seiner tatsächlichen.
7 Wo man nicht angleichen kann, da muss man schweigen.

So weit, so gut. Aber was ist jetzt, wenn die Kommunikation eine über das Ende aller Kommunikation ist? Man also zum Beispiel blogt, dass man online nichts mehr schreiben will, ja zwingend nicht mehr kann, keine Wahl hat, weil man vor dem Browser Angst hat wie gebrannte Mandeln vor dem Feuer? Ist das als Kommunikation nicht völlig ungültig, wegen Binnenwiderspruch? Macht man sich nicht zum Lügenkreter damit und schafft sich selbst ab? Kann man vor lauter Logik blind werden gegen den eigenen Blödsinn?

Von Schnee kann man jedenfalls blind werden. Nicht wenn es bewölkt ist und dichtes Flockengewiesel fällt, Schneeblindheit ist ja die Ultraviolettkatastrophe im Auge, eine Schwarzkörperexplosion aus zuviel Licht. Aber ich bin im eigenschaftslosen Weiss des Schneetreibens trotzdem blind, die Qualitäten der Dinge lösen sich von ihnen ab und verschwinden. Es bleibt ein grellweisses Loch, inhaltslose, wirbelnde Verzweiflung. Im Film Nothing finden sich zwei Freunde mit ihrem Haus in einer nahezu allumfassenden weissen Leere wieder, nachdem sie den Rest der Welt durch intensiven Hass beseitigt haben. So ähnlich fühlt sich Lincoln Park an an diesem Schneetag, eine Insel im Nichts, voller Gespenster abgeschiedener Grössen. Zwei Baumreihen sind zu sehen, die auf einen Punkt hin fliehen, ohne ihn zu erreichen, und ein steinerner Feuerwehrmann auf einem Podest, der sich gegen den Schnee stemmt. Der Rest ist wirbelndes Schweigen.

Nothing endet damit, dass die beiden Hauptdarsteller restlos alles weghassen, ausser ihren Köpfen, die dann zufrieden durch die Leere hüpfen, deren einzige Eigenschaft ist, dass sie weich ist und nachgibt. Aber der Film stellt die Dinge natürlich von den Füssen auf den Kopf. Denn viel einfacher wär es doch, den eigenen Kopf wegzuhassen statt umständlich die ganze Welt. Und zack, aus die Maus. Und so stand ich da im Schneegestöber und dachte: besser wärs gewesen, dieses Ding wär mir im Kopf gewachsen und nicht dem W. Er hätte nicht das Leid, das von aussen nicht vorstellbare, und mein eigenes Leid und die umfassende Verzweiflung, die alles würgend umklammert, die an der Idee der Leichtigkeit hängt wie Blei, wäre zu Ende.

Der Gedanke ist natürlich dumm, so dumm, dass auf seine Dummheit hinzuweisen selbst auch dumm ist, das weiss ich selber, und er wurde ja von der Depression gedacht, und nicht von mir. So verteidigt sich mit kleinen Ärmchen rudernd das Ich. Ganz zu schweigen davon, denn auch das ist mir bewusst, sagt das Ich, dass anderer Leute Elend zur dramatisierenden Folie fürs eigene zu nehmen ein Schachzug des Anti-ES ist, Ausdruck einer psychosomatischen Abstraktdeformation. Sich so herauszureden auf “das war Ich nicht, es war mein Hirn” ist verlockend, aber wer oder was ist denn eigentlich dieses Ich, dass es da nicht gewesen sein will? Dem der Gedanke so peinlich ist, und Anlass zur Wut auf was diffuses Externes? Und würde dieses Ich auch sagen “Ich hab mir nicht den Fuss gebrochen, das war mein Bein”? Ist das nicht vielmehr ein Ausweichen, und die ganze Philosophiererei auch nur Übersprung?

Apropos Ausweichmanöver und Übersprung: die Ansichten Humes zum Ich – das es nicht gebe als Ding der Anschauung – und seine Induktionsargumente – wir können nichts wissen, und genau genommen nicht mal das – gelten ja genauso in der Depression. Denn auch ob eine Situation, eine Interaktion, ein Ausbleiben oder Eintreten gut ist oder schlecht, kann man nicht wissen. Man schwiemelt es sich je zusammen, aufgrund des sonst so gewussten: Esse est perspiri. Dasein ist Schwitzen. Und Perspiration ist eben fehlbar. Und müffelt.

Anders: dem Induktionsproblem geht das Hirn mit einem Grundvertrauen aus dem Weg, einem heuristisch eingeschriebenen “wird schon stimmen”, in dubio pro lege, fürs Naturgesetz. Was gestern war, wird auch morgen noch gelten. Die Grundlage dafür ist, dass diese Faustregel gestern noch half, das ganze Argument also zirkulär, aber das macht ihm nichts. Und ebenso basiert sozialer Austausch auf der Annahme: man nimmt mich ernst, man achtet mich, ich bin was wert auf dem Markt der Personen und Empfindungen. Und wie aus einem grundlegenden Zweifel an der Zukunft die Unfähigkeit folgt, sie zu erreichen – wer weiss, ob beim nächsten Schritt noch fester Boden ist, besser, stehenzubleiben – so ist der, der am Wohlwollen der Welt zweifelt, nicht mehr in der Lage, es zu sehen.

Funktionieren ist Vertrauensvorschuss, ist die Welt auf die leere Leinwand der Wahrnehmung gemalt, oder hier eben ein Haufen Neurojargon auf die schwarze der Existenzverneinung.
Das geglückte Leben eine einzige, lange Übersprungshandlung; ein Kratzen hinterm Ohr mit dem falschen Fuss; Blindheit im Angesicht des strahlenden Nichts.

PS. Wer das mit der Abstraktdeformation erklären kann, ohne zu gugeln, kriegt einen Pangalaktischen Donnergurgler ausgegeben. Oder zwei.
PPS. Ja, das PS aus dem angeblichen Kommunikationsembargo redet mit dem Leser. Schnauze, Leser.


Thursday, April 1st, 2010

welt des wissens

Durable relationships

Diese Grafik trägt den Titel “durable relationships” und stammt aus dem gestern erschienenen Aufsatz A Mathematical Model of Sentimental Dynamics Accounting for Marital Dissolution von José-Manuel Rey. Sie trägt Anstrengung gegen Gefühl auf, enthält zwei Variablen die zur herzten Potenz erhoben wurden, zahlreiche Pfeile und das sentimentale Gleichgewicht E.

Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Thursday, September 24th, 2009

the shark jumped house – an eruption

Oh, come on, for the love of something that you scriptwriting people actually love, your gnawed pencils, perhaps, or your iPhones with the witty applications. Not that I have any hope that writing this stuff down will do any good externally, meaning as it concerns you scriptwriting folk, but venting does help the entity that is letting go of steam, thus in this case, me. It’s self-medication, really, right up your alley. Pompeji likely might be less of an attraction of death and doom today if Mount Vesuvius had vented just a little more and exploded in fire and brimstone and rivers of ash a little less.

So I saw the double hour season premiere of House last night, and was, by and large, not very much amused. To frame the impending venting, House has always been a glorified soap opera. The medical profession that the show supposedly was about was never portrayed in anything resembling realism, the acerbic wit and deep insights were ever only shallow facade to elevate Laurie’s unshaven jerk, and greater responsibilities are on the mind of hardly anybody on TV, it would seem, no matter how multimillioned the audience. Sure, walk into MR rooms to have a secret chat without checking your pockets, it’s only TV after all, and if you do it in real life and kill a patient, it’s your own bloody fault.

And that’s not even the venting, yet. So the season opening shows House dealing with his depression and darkness, except it doesn’t. The message of these two hours is that all it takes to emerge from an existential crisis is a stretched out hand and a few pills, and the shallowness and sheer stupidity of such an assertion in the face of a civilization choking on epidemic numbers of the clinically depressed is astounding. I say this, of course, assuming that following episodes will not put the lie to this soppy, infuriating opener.

Which isn’t the main beef necessitating venting, at all. They also missed a very obvious pun for Mr Smartass to make, when he referred to the new treatment method of blackmail, it should have been blackmail by a black male, much more acerbically witty this way, and unsubtly active-agressive, indicating this and that, though, in fairness, that might have been implied in his saying blackmail the way he did, though again on the other hand, this would be uncharacteristically subtle in an episode where everything gets named and thus nothing gets pointed out at all.

But that’s a bit beside the point and not raising the gas pressure very much at all, either, of course. So then House steals a car, abducts a delusional patient and endangers the guy’s life, all to prove a point. And but what should happen next but him getting absolution from a cringe inducing German, Franka Potente of all people, for his improvised manslaughter attempt, because, get this: he meant well. Says the German, in her German accent. Hugs all around. Aww.

Which still isn’t the truly upsetting part and not what I would want to vent superheated acidic gases from a rocky orifice for under normal circumstances. But now if I am somehow connecting this to politics, in a country recently obsessed with Nazis and socialists and its bloody misguided war in the Middle East, parsing Bush as the leader type with issues who took Iraq out for a ride to make a point, and, oops, Iraq jumped off a crumbling wall, if I make this connection and then hear an American written German absolve the whole mess because, hey, at least he meant well, then the sheer level of lack of reflection, emotional or intellectual depth, and moral bancrupcy becomes a tad much to bear. It’s OK to ruin someone, as long as you MOVE ON ALREADY, like the Deutschländer did. Uh huh. Thanks, daddy-o, feeling much better already, moving on, nothing to see here.

So that finally this now is the actual lava-deferring and eruption-avoiding hot air bubbling to the surface here in the middle of this wasteland of a post: why on the face of this abominably hurling rock of dirt and shit and seas full of plastic waste, all stuck together by quark and glue am I even watching this mindless drivel, still, and will very likely tune in again next Monday, see if I don’t? Just what kind of a passively watching mindless superdrone am I?

Do not answer this, please. Ha, see? I control your mind now. All through the power of venting.

0716740044_cs.jpg To the reader interested in love, sex and animal and human happiness, though rare a beast such a reader might be, this book holds a treasure trove of observations, deliberations and insights. Always keeping in mind the obvious question – how does all this relate to us? – the authors lead us on a walk through animal species, to look for evolutionary reasons and pressure for or against monogamy, and revealing it to be quite uncommon even among species long thought to be faithful mates for life. As it turns out, the fact that affairs need to be concealed from the adulterer’s mate implies automatic and almost perfect concealment from the researcher ape hiding in a camouflaged tent, who after all is much less adept that the animals involved in detecting suspicious behaviour.

The second half of the book then is devoted to the human animal, with the evidence seeming to indicate that our natural instincts would have us being a mildly polygynic, socially monogamous, but sexually adventurous bunch of chimps. As the authors point out in a final chapter aptly captioned “So what?”, no moral law follows directly from any of these observations. Natural impulses do not necessarily have to be acted upon – indeed the core of the idea of civilization might be perceived to be the reining in of such impulses -, yet their denial, and the forcedly naive insistence that monogamy is the mature way of channeling sexual and romantic desires that so much of the western christian tradition hold in fairly low esteem to begin with, seems unnecessarily dire and uninspired a reaction to the question that could well be said to be at the heart of human happiness and fulfillment. For, to change Dorothy Parker’s delightful punchline around on her, what earthly good does not, in fact, come from the sweet tensions of love, courtship and attraction?

General Review of the Sex Situation

Woman wants monogamy;
Man delights in novelty.
Love is woman’s moon and sun;
Man has other forms of fun.
Woman lives but in her lord;
Count to ten, and man is bored.
With this the gist and sum of it,
What earthly good can come of it?